Commerzbank Aktie: 7.000 bis 11.000 Jobs bei Übernahme gefährdet
Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank raten Aktionären einstimmig vom Umtauschangebot der italienischen UniCredit ab und verweisen auf zu niedrigen Preis und strategische Risiken.

- Einstimmige Ablehnung durch Vorstand und Aufsichtsrat
- Angebotswert liegt unter aktuellem Aktienkurs
- Bedenken wegen Integration und Arbeitsplätzen
- Eigenständige Strategie „Momentum 2030“ als Gegenentwurf
Commerzbank macht die Front gegen UniCredit geschlossen auf. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen den Aktionären einstimmig, das Umtauschangebot der italienischen Großbank nicht anzunehmen. Der Kern der Botschaft: Aus Frankfurter Sicht ist die Offerte zu niedrig bewertet und strategisch mit erheblichen Risiken verbunden.
Angebot unter Marktniveau
UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien für jede Commerzbank-Aktie. Daraus ergibt sich ein rechnerischer Wert von etwa 34,56 Euro je Anteilsschein. Der aktuelle Kurs liegt bei 36,06 Euro und damit darüber.
Damit setzt Commerzbank beim wichtigsten Punkt an: dem Preis. Das Management argumentiert, die Offerte enthalte keine angemessene Kontrollprämie. Auch der Verweis auf das durchschnittliche Analystenkursziel von 41,50 Euro stützt diese Linie.
CEO Bettina Orlopp ordnet das Angebot nicht als überzeugenden Zusammenschluss ein. Sie spricht eher von einem „Restrukturierungsvorschlag“. Das ist eine klare Absage an die strategische Erzählung aus Mailand.
Risiken bei Integration und Jobs
Die Frankfurter Führung sieht nicht nur finanzielle Schwächen. Sie warnt auch vor Risiken in der Bilanz und im operativen Geschäft. Genannt werden hohe Bestände italienischer Staatsanleihen bei UniCredit sowie das fortbestehende Russland-Engagement.
Besonders heikel ist der Beschäftigungsaspekt. Nach Einschätzung der Commerzbank beruhen die Synergieannahmen der Italiener auf zu optimistischen Annahmen. Bei einer Übernahme könnten in Deutschland zwischen 7.000 und 11.000 Vollzeitstellen wegfallen.
Hinzu kommt die Sorge um Kundenbeziehungen. Vor allem im Mittelstand könnte eine große IT-Integration Reibung erzeugen. Genau dort ist Commerzbank traditionell stark positioniert, weshalb das Management diesen Punkt offensiv herausstellt.
UniCredit erhöht den Druck
Der Widerstand aus Frankfurt ändert nichts daran, dass UniCredit ihre Position ausgebaut hat. Der Zugriff auf Stimmrechte stieg auf 38,87 Prozent. Davon entfallen 26,77 Prozent auf direkt gehaltene Aktien und 12,10 Prozent auf Finanzinstrumente.
Das Angebot läuft seit dem 5. Mai. Die erste Annahmefrist endet am 16. Juni, unter bestimmten Umständen ist eine Verlängerung bis zum 3. Juli möglich. Bislang fällt die Resonanz der freien Aktionäre sehr gering aus.
Die Börse reagiert verhalten. Die Aktie notiert heute leicht im Minus bei 36,06 Euro, auf Monatssicht steht sie praktisch unverändert. Auffällig bleibt die technische Lage: Der RSI von 81,2 signalisiert eine stark überkaufte Situation.
Commerzbank setzt als Gegenentwurf auf „Momentum 2030“. Bis dahin peilt das Institut Erträge von 16,8 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 5,9 Milliarden Euro an. Für das Geschäftsjahr 2025 wurde eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vorgeschlagen.
Am 21. Mai rückt die Hauptversammlung in den Mittelpunkt. Dort dürfte das Management seine Abwehrlinie weiter konkretisieren: höherer Eigenwert, operative Risiken bei UniCredit und eine eigenständige Strategie als Alternative zum Umtauschangebot.
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