Commerzbank Aktie: 8. Juli entscheidet über Übernahme

Die Commerzbank-Aktie fällt leicht, während der Übernahmekampf mit der UniCredit in die entscheidende Phase geht. Das finale Ergebnis wird am 8. Juli erwartet.

Die Kernpunkte:
  • Aktie gibt zum Wochenstart nach
  • Vorstand rät weiterhin zur Ablehnung
  • Bundesregierung lehnt Angebot ab
  • Finales Ergebnis am 8. Juli

Die entscheidende Phase im UniCredit-Übernahmeversuch läuft — und der Markt reagiert skeptisch. Die Commerzbank-Aktie gibt zum Wochenstart auf 37,21 Euro nach, ein Minus von 1,25 Prozent. Das Ergebnis der Übernahme steht erst am 8. Juli fest.

Kaum Andienungen aus dem Streubesitz

Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank halten an ihrer Abwehrlinie fest. In einem Aktionärsbrief vom 26. Juni bekräftigten sie ihre Empfehlung: Angebot ablehnen. Zur Begründung verweist die Bank auf die schwache Resonanz bei Privatanlegern. Bis zum Ende der regulären Annahmefrist am 16. Juni hatten Streubesitzaktionäre lediglich etwas mehr als ein Prozent ihrer Aktien angedient. Den überwiegenden Teil der eingelieferten Aktien schreibt die Bank Banken und Derivate-Gegenparteien von UniCredit zu.

UniCredit meldet nach der ersten Angebotsphase eine Annahmequote von 12,51 Prozent. Zusammen mit bereits gehaltenen Aktien von 26,77 Prozent und Instrumenten mit Lieferanspruch von 3,22 Prozent kommt die Mailänder Bank auf einen Gesamtanteil von 42,50 Prozent. Die weitere Annahmefrist läuft noch bis zum 3. Juli.

Bundesregierung lehnt Angebot ab

Der politische Widerstand bleibt ein fester Faktor. Die Finanzagentur des Bundes teilte am 16. Juni mit, der Lenkungsausschuss des Finanzmarktstabilisierungsfonds habe das Angebot zurückgewiesen. Als Gründe nannte sie eine aus ihrer Sicht unzureichende Prämie auf den damaligen Aktienkurs sowie die Unterstützung der Eigenständigkeitsstrategie. Ferner verwies sie auf die Rolle der Commerzbank bei der Mittelstandsfinanzierung und ihre Bedeutung für den Finanzplatz Frankfurt.

Bis zur Veröffentlichung des finalen Ergebnisses soll es laut Reuters keine weiteren Zwischenmeldungen zur Annahmequote geben. Das hält die Informationslage dünn — und macht eine kurzfristige Kursbewertung schwierig.

Technisch noch über den Durchschnitten

Trotz des Tagesverlusts hält die Aktie Abstand zu wichtigen Marken. Mit 37,21 Euro liegt sie 2,17 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und rund neun Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt bei 34,14 Euro. Der RSI von 52,3 zeigt keine Überhitzung. Das 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro, erreicht erst am 19. Juni, liegt rund vier Prozent entfernt.

Am 8. Juli veröffentlicht UniCredit das finale Annahmeergebnis. Erst dann wird klar, ob die Abwehrstrategie der Commerzbank aufgegangen ist — oder ob UniCredit seinen Anteil deutlich ausgebaut hat.

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