Commerzbank Aktie: Abwehr mit Rekordzahlen
Die Commerzbank stemmt sich mit Rekordgewinnen gegen das Übernahmeangebot der UniCredit. Management, Betriebsrat und Bundesregierung lehnen den milliardenschweren Aktientausch ab.

- UniCredit bietet Aktientausch im Wert von 35 Mrd. Euro
- Commerzbank erzielt historisch hohes operatives Ergebnis
- Breiter Widerstand aus Politik und Belegschaft
- Dividende steigt auf 1,10 Euro je Aktie
Das Übernahmeangebot der italienischen UniCredit zwingt die Commerzbank in die Defensive. Während Mailand mit einem milliardenschweren Aktientausch lockt, formiert sich in Frankfurt weitreichender Widerstand aus Management, Belegschaft und Politik. Als stärkstes Argument gegen die unerwünschte Übernahme dienen dem Frankfurter Institut dabei die eigenen Geschäftszahlen.
Die Offerte der UniCredit sieht einen Tausch von 0,485 eigenen Aktien je Commerzbank-Anteil vor. Dies bewertet die deutsche Bank mit knapp 35 Milliarden Euro. Marktbeobachter interpretieren das freiwillige Angebot als taktischen Schachzug von UniCredit-Chef Andrea Orcel. Das primäre Ziel sei weniger die sofortige Kontrolle, sondern vielmehr der Aufbau von Verhandlungsdruck unter Umgehung eines teureren Pflichtangebots ab der 30-Prozent-Schwelle. Die anhaltende Unsicherheit über den Ausgang des Pokers spiegelt sich in der Kursentwicklung wider: Bei einem aktuellen Wert von 29,79 Euro verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein Minus von 18,41 Prozent.
Breite Front gegen Mailand
In Deutschland stößt der Vorstoß auf strikte Ablehnung. Das Commerzbank-Management bemängelt fehlende Konzepte für eine wertstiftende Transaktion. Deutlichere Worte findet der Betriebsrat, der vor dem Abbau von bis zu 15.000 Stellen warnt und das Vorgehen als geschäftsschädigend einstuft. Rückendeckung erhält die Bank von der Bundesregierung. Der Bund hält weiterhin gut zwölf Prozent der Anteile aus der Zeit der Finanzkrise und lehnt einen Verkauf an die Italiener ab.
Operative Stärke als Schutzschild
Unabhängig von den Übernahmespekulationen präsentiert sich die Commerzbank fundamental robust. Das abgelaufene Geschäftsjahr lieferte mit einem operativen Ergebnis von 4,5 Milliarden Euro den höchsten Wert der Unternehmensgeschichte. Ein Nettogewinn von 2,6 Milliarden Euro ermöglicht eine deutliche Anhebung der Dividende auf 1,10 Euro je Aktie sowie ein laufendes Aktienrückkaufprogramm über 540 Millionen Euro. Gleichzeitig hob der Vorstand die Gewinnprognose für das Jahr 2026 auf über 3,2 Milliarden Euro an.
Der Fahrplan bis zur Entscheidung
Der regulatorische und terminliche Rahmen für die kommenden Wochen ist eng getaktet:
* 25. März: Veröffentlichung der neuen Quartalszahlen der Commerzbank
* Bis 4. Mai: Außerordentliche Hauptversammlung der UniCredit zur Kapitalerhöhung
* Mai: Offizielle Vorlage des Übernahmeangebots mit vierwöchiger Frist
* 20. Mai: Reguläre Hauptversammlung der Commerzbank
Ein erstes Ergebnis des Übernahmeprozesses wird im Juni erwartet. Bis dahin müssen zudem die Europäische Zentralbank und die deutsche Finanzaufsicht BaFin den Plänen zustimmen. Der vollständige regulatorische Abschluss der Transaktion könnte sich bei einem Erfolg der UniCredit bis Mitte 2027 hinziehen.
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