Commerzbank Aktie: Abwehrkampf gegen UniCredit

UniCredit bietet Aktientausch für Commerzbank an, doch Management und Bundesregierung lehnen die Übernahmepläne entschieden ab. Die Bank verweist auf starke operative Zahlen.

Die Kernpunkte:
  • UniCredit bietet 0,485 Aktien pro Commerzbank-Papier
  • Bundesregierung und Management lehnen Verkauf strikt ab
  • Commerzbank hebt Gewinnausblick für 2026 an
  • Entscheidung auf Hauptversammlung am 20. Mai 2026

Die italienische UniCredit macht Ernst und will die Commerzbank über einen Aktientausch schlucken. Das Angebot stößt in Frankfurt und Berlin allerdings auf eine geschlossene Wand der Ablehnung. Während das Management auf die eigene operative Stärke verweist, positioniert sich nun auch die Bundesregierung unmissverständlich gegen die Pläne aus Mailand.

UniCredit bietet 0,485 eigene Stammaktien pro Commerzbank-Papier, was rechnerisch etwa 30,80 Euro entspricht. UniCredit-Chef Andrea Orcel will mit dieser Offerte die 30-Prozent-Hürde im deutschen Übernahmerecht überwinden und das Frankfurter Management an den Verhandlungstisch zwingen. Anleger reagierten auf die Turbulenzen zuletzt nervös. Nach einer anfänglichen Rallye kam es am Donnerstag zu breiten Gewinnmitnahmen, die den Kurs zeitweise um fast fünf Prozent drückten. Aktuell notiert der Titel bei 31,75 Euro und damit bereits über dem rechnerischen Angebotspreis der Italiener. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von gut sieben Prozent an der Kurstafel.

Politik und Management mauern

Die Frankfurter weisen die unkoordinierte Offerte strikt zurück. Es fehlten grundlegende Informationen zu einer wertstiftenden Transaktion, heißt es aus der Zentrale. Flankenschutz erhält die Bank von der Politik: Der Bund, der noch gut zwölf Prozent der Anteile hält, lehnt einen Verkauf ab. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte ausdrücklich den Wunsch nach einer starken und unabhängigen Commerzbank.

Operativ untermauert das Geldhaus diesen Anspruch mit soliden Zahlen. Für das Geschäftsjahr 2025 steht ein Nettoertrag von 2,6 Milliarden Euro zu Buche, während der Ausblick für 2026 auf über 3,2 Milliarden Euro angehoben wurde. Aktionäre sollen zudem von einer Rekorddividende sowie Aktienrückkäufen profitieren.

Regulatorische Hürden und nächste Schritte

Eine grenzüberschreitende Fusion dieser Größenordnung erfordert zwingend grünes Licht von der BaFin und der Europäischen Zentralbank. Zudem weckt die Aussicht auf Synergien bei Arbeitnehmervertretern Ängste vor Doppelstrukturen, Filialschließungen und Stellenabbau. Ein Verkauf wäre aus deutscher Sicht nur mit harten Garantien für den Standort Frankfurt und das Mittelstandsgeschäft vertretbar.

Die nächsten Meilensteine auf dem Weg zu einer Entscheidung stehen bereits fest. Bis spätestens 4. Mai 2026 wird UniCredit eine außerordentliche Hauptversammlung zur Genehmigung der nötigen Kapitalerhöhung abhalten. Die direkte Auseinandersetzung verlagert sich anschließend auf den 20. Mai 2026: Auf der regulären Hauptversammlung der Commerzbank werden Vorstand und Aktionäre die Eigenständigkeit des Instituts gegen die Übernahmepläne abwägen.

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