Commerzbank Aktie: AfD fordert 25% Sperrminorität

Die AfD verlangt eine Aufstockung des Staatsanteils an der Commerzbank, um eine Übernahme durch die UniCredit zu blockieren. Der Aktienkurs gibt nach.

Die Kernpunkte:
  • AfD fordert höhere KfW-Beteiligung
  • Sperrminorität gegen UniCredit geplant
  • Commerzbank-Aktie fällt um 2,2 Prozent
  • Politische Unsicherheit belastet den Kurs

Die Diskussion um die Zukunft der Commerzbank hat am Mittwoch neue Nahrung erhalten. Die AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag forderte die Bundesregierung auf, ihren Anteil an dem Frankfurter Institut über die staatseigene KfW auf mindestens 25 Prozent plus eine Aktie aufzustocken. Mit einer solchen Sperrminorität will die Fraktion verhindern, dass die italienische UniCredit die Kontrolle über die Bank übernimmt. UniCredit hält nach Angaben der AfD inzwischen fast 50 Prozent der Commerzbank-Anteile.

Der finanzpolitische Sprecher der Fraktion, Kay Gottschalk, warf Bundeskanzler Merz und Finanzminister Klingbeil Untätigkeit in der Angelegenheit vor. Die Fraktion verlangt zudem, die Commerzbank offiziell zur kritischen Infrastruktur zu erklären und den Erhalt der Zentrale in Frankfurt vertraglich abzusichern. Rainer Groß von der AfD warnte vor einem Too-big-to-fail-Risiko, sollte UniCredit die Mehrheit übernehmen, und äußerte Sorge, italienische Einlagen könnten in das deutsche Einlagensicherungssystem verschoben werden. Die Fraktion fordert außerdem einen Untersuchungsausschuss zu möglichen Marktmanipulationen im Zusammenhang mit dem Übernahmeversuch sowie einen expliziten Ausschluss von Zerschlagung und Missbrauch der deutschen Einlagensicherung.

Politischer Druck trifft auf ruhigen Kursverlauf

Die Forderung ist nicht neu, gewinnt aber an Schärfe, da sie nun in einem eigenen parlamentarischen Vorstoß formuliert wurde. Für Anleger bleibt entscheidend, ob die Bundesregierung tatsächlich handelt oder die Angelegenheit weiterhin auf die lange Bank schiebt – bislang deutet nichts auf ein Einlenken von Kanzleramt oder Finanzministerium hin. Die Ankündigung allein dürfte den Kurs kaum unmittelbar bewegen, sie hält aber die politische Unsicherheit rund um die Übernahmefrage lebendig, die seit Monaten auf dem Papier lastet.

An der Börse zeigte sich am Mittwoch ohnehin ein durchwachsenes Bild. Die Commerzbank-Aktie schloss bei 36,77 Euro und büßte auf Tagessicht 2,23 Prozent ein. Damit entfernte sich das Papier weiter von seinem 52-Wochen-Hoch von 39,18 Euro, der Abstand beträgt aktuell gut sechs Prozent. Gleichzeitig notiert der Kurs weiterhin deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 34,87 Euro, was auf einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend hindeutet, auch wenn die kurzfristige Dynamik zuletzt nachgelassen hat.

Übernahmepoker bleibt Belastungsfaktor

Der Rückgang am Mittwoch reiht sich in eine Phase erhöhter Nervosität an den Aktienmärkten ein, die geopolitisch getrieben war – Investoren zeigten sich an diesem Tag insgesamt vorsichtig. Für die Commerzbank kommt jedoch ein spezifischer Belastungsfaktor hinzu: Solange die Machtfrage zwischen UniCredit und der Bundesregierung ungeklärt bleibt, dürfte die Aktie anfällig für politische Schlagzeilen bleiben. Die AfD-Forderung nach einer Sperrminorität zeigt, dass das Thema im Bundestag Fahrt aufnimmt, auch wenn eine Mehrheit für einen solchen Schritt derzeit nicht absehbar ist.

Anleger sollten die kommenden Wochen genau beobachten. Sollte sich die Bundesregierung zu einer klareren Position durchringen – sei es durch eine Aufstockung der KfW-Beteiligung oder durch ein bewusstes Zurückhalten –, dürfte dies unmittelbare Kursreaktionen auslösen. Bis dahin bleibt die Commerzbank-Aktie ein Papier, dessen Bewertung eng mit dem Ausgang eines politischen Ringens verknüpft ist, das weit über die reine Geschäftsentwicklung der Bank hinausreicht.

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