Commerzbank Aktie: Analysten drehen ab!

RBC und Deutsche Bank Research beurteilen die Commerzbank vorsichtiger; das Management setzt Rückkäufe fort und erwartet eine bessere Konjunktur.

Die Kernpunkte:
  • RBC stuft Commerzbank auf Sector Perform
  • Kursziel von RBC auf 40 Euro gesenkt
  • Deutsche Bank Research wechselt zu Hold
  • UniCredit plant Neuaufstellung des Aufsichtsrats

RBC Capital Markets dämpft die Erwartungen für die Commerzbank. Das Analysehaus stufte die Aktie am heutigen Freitag von „Outperform“ auf „Sector Perform“ ab und reduzierte das Kursziel auf 40 Euro. Im Handel verliert das Papier 2,3 Prozent auf 38,56 Euro.

Die Herabstufung trifft das Frankfurter Kreditinstitut in einer Phase spürbarer Zurückhaltung am Markt. Nachdem der Bankentitel über viele Monate von steigenden Zinsen und Übernahmespekulationen profitiert hatte, wächst unter Analysten die Skepsis bezüglich weiterer Kursgewinne.

Analysten sehen Kurstreiber weitgehend eingepreist

Bereits gestern hatte Deutsche Bank Research die Einstufung für die Commerzbank von „Buy“ auf „Hold“ zurückgenommen. Das Kursziel beließ Analyst Benjamin Goy dabei bei 42 Euro. Er begründete die vorsichtigere Haltung damit, dass wesentliche Treiber wie höhere Zinserträge und geplante Ausschüttungen bereits im aktuellen Bewertungsniveau reflektiert seien.

Damit zeichnet sich bei zwei einflussreichen Analysehäusern ein ähnliches Bild ab. Das kurzfristige Potenzial für eine Fortsetzung der Rally erscheint begrenzt, solange keine neuen fundamentalen Impulse hinzukommen.

Operativer Fokus und strategische Spannungen

Auf operativer Ebene hält das Management an seinem Kurs fest. Das Unternehmen setzt sein laufendes Aktienrückkaufprogramm unverändert fort, um Kapital an die Anteilseigner zurückzuführen.

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp äußerte sich zudem zuversichtlich über die wirtschaftliche Entwicklung: Sie rechnet mit einer aufgehellten Konjunktur und mehr Unternehmensinvestitionen. Zugleich sieht sie erste Anzeichen für eine wieder anziehende Kreditnachfrage bei den Kunden.

Abseits des Tagesgeschäfts bleibt die Situation im Aktionärskreis angespannt. Medienberichten zufolge plant UniCredit eine außerordentliche Hauptversammlung zur Neuaufstellung des Aufsichtsrats. Dabei sollen alle zehn Vertreter der Anteilseigner abgelöst werden.

Klarheit über die operative Verfassung der Bank dürften die Geschäftszahlen zum dritten Quartal bringen, deren Vorlage für den 5. November geplant ist.

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