Commerzbank Aktie: Angebot 1,50 Euro unter Börsenkurs
Der Gesamtbetriebsrat der Commerzbank wirft UniCredit Marktmanipulation vor. Das Übernahmeangebot bleibt für Aktionäre unattraktiv.

- Strafanzeige wegen Marktmanipulation
- Annahmequote von UniCredit angezweifelt
- Tauschangebot unter Börsenkurs
- EZB-Zinserhöhung stützt Aktie
Der Übernahmekampf um die Commerzbank erreicht eine neue Eskalationsstufe. Der Gesamtbetriebsrat hat am Wochenende offiziell Strafanzeige gegen die italienische UniCredit erstattet. Der Vorwurf wiegt schwer: Marktmanipulation und Irreführung von Anlegern. Am Dienstag endet die erste Annahmefrist für das Angebot.
Streit um Annahmequoten
UniCredit meldete zuletzt eine Annahmequote von 11,22 Prozent für ihr Tauschangebot. Damit würde die Gesamtbeteiligung der Italiener auf rund 38 Prozent steigen. Die Arbeitnehmervertretung der Commerzbank bezweifelt diese Zahlen massiv. Interne Auswertungen deuten auf künstlich aufgeblähte Quoten hin.
Die angedienten Aktien stammen offenbar fast ausschließlich von befreundeten Investmentbanken wie Nomura oder Citi. Unabhängige institutionelle Investoren halten sich zurück. Die Beteiligung der Privatanleger liegt laut Bankangaben bei minimalen 0,05 Prozent. Kein Wunder.
Angebot rechnet sich nicht
Ein zentraler Grund für die Zurückhaltung ist die Mathematik hinter der Offerte. UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien für ein Commerzbank-Papier. Dieser Tauschwert liegt aktuell rund 1,50 Euro unter dem Börsenkurs der Frankfurter.
Die Commerzbank-Aktie beendete den Freitagshandel bei 36,76 Euro. Das Papier notiert damit in Schlagdistanz zum 52-Wochen-Hoch von 38,15 Euro. Solange der Börsenkurs über dem Angebotspreis liegt, lohnt sich ein Tausch für freie Aktionäre schlicht nicht. Das Management rät strikt von einer Annahme ab.
Rückenwind von der EZB
Die Geldpolitik flankiert die Stärke der Aktie. Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen am Donnerstag um 25 Basispunkte angehoben. Der für Banken wichtige Einlagensatz stieg auf 2,25 Prozent. Höhere Zinsen verbessern die Margen im klassischen Kreditgeschäft.
Dieses fundamentale Umfeld stützt den Aufwärtstrend der Commerzbank. Seit Jahresbeginn verteidigt das Papier ein leichtes Kursplus. Der Abstand zur 200-Tage-Linie bei 33,84 Euro beträgt komfortable 8,63 Prozent.
Am Dienstag, den 16. Juni 2026, endet die reguläre Annahmefrist. Bestätigt die Finanzaufsicht BaFin die Vorwürfe des Betriebsrats, drohen regulatorische Konsequenzen. Der Zeitplan sieht theoretisch eine Verlängerung der Frist bis zum 3. Juli vor. Bis dahin muss UniCredit entscheiden, ob sie das Angebot finanziell nachbessert.
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