Commerzbank Aktie: Angebot unter Wert
Der abgeschlossene Aktienrückkauf der Commerzbank erhöht den relativen Anteil bestehender Großaktionäre und erschwert das unterbewertete Übernahmeangebot der UniCredit. Der Konflikt droht auf den Hauptversammlungen zu eskalieren.

- Rückkaufprogramm vorzeitig mit 524 Millionen Euro abgeschlossen
- UniCredit-Angebot liegt unter aktuellem Commerzbank-Kurs
- Management und Bundesregierung lehnen Übernahme ab
- Hauptversammlungen im Mai als nächste Eskalationspunkte
Der sechste Aktienrückkauf der Commerzbank ist abgeschlossen — und er heizt den Übernahmekonflikt mit UniCredit weiter an. Denn die eingezogenen Aktien verschieben die Eigentümerstruktur, was den relativen Anteil bestehender Großaktionäre automatisch erhöht. Genau das macht die Lage rund um das UniCredit-Angebot noch komplizierter.
Rückkauf mit Nebenwirkung
Zwischen dem 12. Februar und dem 9. März erwarb die Bank insgesamt rund 15,7 Millionen eigene Aktien zu einem Durchschnittspreis von 33,45 Euro — und schloss das Programm damit deutlich vor dem ursprünglich gesetzten Enddatum 26. März ab. Das Volumen belief sich auf 524 Millionen Euro. Die zurückgekauften Papiere werden eingezogen, was das Grundkapital um 1,39 Prozent reduziert.
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Für UniCredit hat das direkte Konsequenzen. Die Mailänder Bank war im September 2024 mit neun Prozent eingestiegen und kontrolliert inzwischen knapp 30 Prozent der Anteile — rund vier Prozentpunkte davon über Finanzinstrumente. Mit einem freiwilligen Übernahmeangebot in eigenen Aktien will UniCredit nun die 30-Prozent-Schwelle überschreiten.
Das Angebot liegt unter aktuellem Kurs
Das Tauschangebot sieht 0,485 neue UniCredit-Aktien je Commerzbank-Papier vor, was einem impliziten Wert von rund 30,80 Euro entspricht. Zum aktuellen Kurs von 31,43 Euro liegt das Angebot damit unter dem Marktpreis. Commerzbank-Management und Bundesregierung — die mit gut zwölf Prozent beteiligt ist — lehnen den Vorstoß ab. Betriebsratschef Sascha Uebel bezeichnete das Vorgehen als „geschäftsschädigend“ und sieht Mittelstandskunden wie Belegschaft gleichermaßen belastet.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp warnt konkret vor einem Stellenabbau nach dem Muster der HypoVereinsbank, die nach der UniCredit-Übernahme massiv schrumpfte. „Anders kommt man nicht auf eine Kostenquote von 35 Prozent“, sagte sie der Süddeutschen Zeitung.
Hauptversammlung als nächster Eskalationspunkt
Die Commerzbank hält unterdessen an ihrer Ausschüttungsstrategie fest. Für das Geschäftsjahr 2025 fließen insgesamt 2,7 Milliarden Euro an die Aktionäre zurück — inklusive des rund eine Milliarde Euro schweren Rückkaufs vom Dezember 2025. Der Hauptversammlung am 20. Mai 2026 soll zudem eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vorgeschlagen werden, nach 0,65 Euro im Vorjahr.
Bereits am 4. Mai tagt eine außerordentliche UniCredit-Hauptversammlung, die über die für das Übernahmeangebot nötige Kapitalerhöhung entscheiden soll. Stimmen die UniCredit-Aktionäre zu, dürfte der Konflikt spätestens auf der Commerzbank-Hauptversammlung offen eskalieren — mit Management, Betriebsrat, Bundesregierung und UniCredit auf kollisionskursem Kurs.
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