Commerzbank Aktie: BaFin prüft 34,35-Prozent-Meldung
Commerzbank zieht gegen UniCredit vor die BaFin wegen umstrittener Annahmequote. Der Aktienkurs bleibt über dem Angebotswert.

- BaFin soll Annahmequote prüfen
- UniCredit-Angebot bleibt unter Kurs
- Aktie notiert über gleitenden Durchschnitten
- Vorstand empfiehlt Annahme nicht
Die Commerzbank geht im Übernahmekampf mit UniCredit in die Offensive – juristisch. Das Institut hat die BaFin eingeschaltet. Der Streitpunkt: Dürfen angediente Aktien, direkt gehaltene Positionen und Derivate zu einer gemeinsamen Kontrollquote addiert werden?
UniCredit hatte am 2. Juni eine Annahmequote von rechnerisch 34,35 Prozent gemeldet – darin eingerechnet rund 7,6 Prozent angediente Aktien. Die Commerzbank hält diese Rechnung für irreführend. Ihrer Ansicht nach stammen die angedienten Papiere überwiegend von Derivategeschäften mit UniCredit selbst, nicht von unabhängigen Aktionären. Eine Zusammenrechnung der drei Kategorien sei unzulässig, solange die tatsächliche Stimmrechtsstruktur nicht geklärt sei.
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Angebotswert bleibt unter Kurs
Der Börsenkurs der Commerzbank liegt weiter klar über dem, was UniCredit bietet. Am Donnerstag schloss die Aktie bei 36,75 Euro. Der implizierte Wert des Umtauschangebots – 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Papier – beläuft sich auf rund 34,35 Euro. Ein wirtschaftlicher Anreiz zur Annahme ergibt sich daraus nicht, wie auch die Commerzbank betont.
Technisch notiert die Aktie oberhalb sowohl des 50-Tage-Durchschnitts (35,02 Euro) als auch des 200-Tage-Durchschnitts (33,73 Euro). Der RSI von 54,8 zeigt keine Überhitzung. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 38,15 Euro beträgt knapp 3,7 Prozent – die Aktie ist nah dran, aber nicht drüber.
Fristen und nächste Schritte
Die ursprüngliche Annahmefrist läuft am 16. Juni 2026 aus, eine weitere Frist soll vom 20. Juni bis 3. Juli folgen. Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank empfehlen das Angebot nicht – zu niedrige Prämie, kein überzeugender Zusammenschlussplan, so die Begründung.
Ob die BaFin den Vorwurf der Commerzbank aufgreift und die Annahmequote neu bewertet, bleibt offen. Für den weiteren Kursverlauf dürfte nun nicht mehr nur die Prozentzahl entscheiden, sondern die Qualität der gemeldeten Positionen – und damit die Frage, ob UniCredit tatsächlich die Kontrolle übernehmen kann.
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