Commerzbank Aktie: BaFin-Prüfung zu UniCredit

Commerzbank wirft UniCredit irreführende Angaben vor und bittet die BaFin um Kontrolle. Entscheidende Beteiligungszahlen werden am 8. Juli erwartet.

Die Kernpunkte:
  • BaFin-Prüfung wegen Irreführungsvorwürfen
  • UniCredit erreicht wohl 45 Prozent Stimmrecht
  • Aktienkurs nahe 52-Wochen-Hoch
  • Entscheidung über Beteiligung am 8. Juli

Die Commerzbank wirft der UniCredit vor, die eigenen Anleger in die Irre zu führen. Im Zentrum steht die Herkunft der angedienten Aktien aus dem Übernahmeangebot. Die Frankfurter Bank hat die BaFin um eine Prüfung gebeten. Die Antwort dürfte die Marktstimmung vor dem entscheidenden Stichtag bestimmen.

Fristende und Zahlen-Streit

Die erweiterte Annahmefrist für UniCredits Tauschangebot lief am Freitag, den 3. Juli 2026, aus. Die offiziellen Ergebnisse sollen am 8. Juli 2026 folgen. Für die ursprüngliche Frist bis zum 16. Juni 2026 hatte UniCredit eine Annahmequote von 12,51 Prozent gemeldet.

Die Commerzbank hält diese Zahlen für irreführend. Sie kritisiert vor allem die gemeldete Quote von 7,58 Prozent aus dem Tender-Angebot. Nach eigener Analyse stammt der Großteil dieser Anteile nicht von unabhängigen Investoren.

Stattdessen sollen sie von Derivate-Kontrahenten wie Nomura kommen, die rund 2,06 Prozent halten. Nur etwa 0,05 Prozent der Papiere kamen demnach von Privatanlegern. Die Commerzbank hat die BaFin gebeten, die Kommunikation von UniCredit genau zu prüfen.

UniCredit vor breiter Kontrolle

Die deutsche Bundesregierung lehnt die Übernahme weiterhin ab. Sie hält selbst rund 13 Prozent der Commerzbank-Anteile und bewertet den Vorstoß als feindlich. Trotzdem rechnen Marktbeobachter mit einem deutlichen Machtzuwachs für die Italiener.

Nach Fristablauf könnte UniCredit auf eine Gesamtbeteiligung von 42,5 bis 45 Prozent kommen. Das ergibt sich aus direkt gehaltenen Anteilen und den nun angedienten Aktien. Werden cash-settled Derivate mitgerechnet, reichen einige Schätzungen sogar über 58 Prozent.

Entscheidend dürfte die Stimmrechtsquote von rund 45 Prozent sein. Analysten sehen dieses Niveau als ausreichend an, um die Kontrolle über die Governance zu sichern. Die deutschen Behörden bestätigen die finalen Zahlen am 8. Juli 2026.

Aktie nahe altem Hoch

Die Commerzbank-Aktie schloss am Freitag bei 37,79 Euro, ein Minus von 0,16 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro vom 19. Juni 2026 bleibt in Reichweite. Der Abstand beträgt nur noch 2,73 Prozent.

Auf Jahressicht steht ein Plus von 34,48 Prozent zu Buche. Der RSI liegt bei 57,4 und signalisiert keine Überhitzung. Der Kurs notiert rund 10,36 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 34,24 Euro.

Die Charttechnik spiegelt die Pattsituation wider. Strategisches Übernahmeinteresse trifft auf politischen Widerstand. Für klare Signale fehlt bislang die offizielle Bestätigung der Beteiligungsquote.

Ausblick

Am 8. Juli 2026 entscheidet sich, wie hoch UniCredits tatsächliche Beteiligung ausfällt. Bestätigt sich der Vorwurf irreführender Angaben, könnte die BaFin eingreifen und den Prozess verzögern. Die Commerzbank verwies zudem auf Risiken durch EU-Handelsmaßnahmen gegen chinesische Exporte, die den Bankensektor zusätzlich belasten könnten.

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