Commerzbank Aktie: Barclays sieht 42 Euro bei UniCredit-Kurs von 80

Barclays-Analyse zeigt: Steigt der UniCredit-Kurs, könnte das Tauschangebot für Commerzbank-Aktionäre attraktiver werden.

Die Kernpunkte:
  • Barclays bestätigt Overweight-Rating für Commerzbank
  • UniCredit-Offerte könnte bei Kursanstieg an Wert gewinnen
  • Commerzbank-Vorstand lehnt Übernahmeangebot weiter ab
  • Eigenständigkeitsstrategie verspricht hohe Kapitalrückflüsse

Die Übernahmeschlacht um die Commerzbank bekommt neue Nahrung. Eine Analyse der Investmentbank Barclays zeigt: Das Tauschangebot der UniCredit könnte deutlich an Wert gewinnen – vorausgesetzt, die Italiener halten ihren Aufwärtstrend. Das Blatt könnte sich für die Aktionäre wenden.

Barclays rechnet vor

Die Analystin Flora Bocahut bleibt bei ihrer Kaufempfehlung („Overweight“) und einem Kursziel von 42 Euro. Ihr Fokus liegt auf der Mathematik der Offerte: UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien für jede Commerzbank-Aktie. Steigt der Kurs der Italiener auf rund 80 Euro, erreicht der implizite Wert des Angebots die magische Marke von 42 Euro. Das liegt genau auf dem Niveau des durchschnittlichen Analystenkursziels – und rund 13 Prozent über dem aktuellen Commerzbank-Kurs von 37,08 Euro. Kein Wunder, dass die Spekulation auf eine Annahmebereitschaft wächst.

Die Aktie der Commerzbank notiert nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro und liegt 10 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 72,5 signalisiert eine leichte Überhitzung, aber der Trend bleibt intakt.

Widerstand aus Frankfurt

Der Vorstand um CEO Bettina Orlopp zeigt sich unbeeindruckt. Die Ablehnung des Angebots bleibt bestehen, gestützt auf die Strategie „Momentum 2030“. Das Management verspricht den Aktionären eine Rückgabe von rund 50 Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung bis 2030 – durch Dividenden und Aktienrückkäufe. Erst am 26. Mai gab es 1,10 Euro je Aktie als Dividende, insgesamt flossen 2,7 Milliarden Euro an die Anteilseigner zurück.

Die Rechnung der Italiener ist also klar: Entweder die Aktionäre lassen sich vom Tauschangebot locken, oder sie vertrauen auf die Eigenständigkeit. Beides hat seinen Preis.

Die Annahmefrist läuft noch bis zum 3. Juli. Der Vollzug der Übernahme wird frühestens 2027 erwartet – bis dahin bleibt Zeit für Nachbesserungen oder eine Eskalation. Die nächste Etappe: die Halbjahreszahlen am 6. August.

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