Commerzbank Aktie: Berlin plant 25%-Sperrminorität
Die Bundesregierung erwägt eine Aufstockung ihrer Commerzbank-Anteile auf 25 Prozent, um die Übernahme durch die italienische UniCredit zu verhindern.

- Staatliche Beteiligung soll aufgestockt werden
- UniCredit hält bereits knapp ein Drittel
- Aktienkurs steigt auf 36,99 Euro
- Vorstandschefin Orlopp präsentiert Strategie-Update
Berlin zieht im Übernahmekampf um die Commerzbank offenbar eine rote Linie. Um den Zugriff der italienischen UniCredit abzuwehren, erwägt die Bundesregierung einen massiven Ausbau ihrer Beteiligung. Das treibt den Aktienkurs an, während sich die Frankfurter Bankspitze auf die eigene Verteidigung vorbereitet.
Milliarden-Einsatz gegen Mailand
Der Bund hält aktuell zwölf Prozent an dem Frankfurter Institut. In Regierungskreisen kursiert nun der Plan, diese Position über die staatseigene KfW auf eine Sperrminorität von 25 Prozent aufzustocken. Ein solcher Schritt würde ein Investitionsvolumen von rund fünf Milliarden Euro erfordern. Vertreter der Koalition bezeichnen diesen möglichen Eingriff als letztes Mittel gegen eine feindliche Übernahme.
Die UniCredit kontrolliert bereits knapp ein Drittel der Anteile. Das Management aus Mailand bietet 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Papier. Dieses formelle Umtauschangebot wird in Berlin als unangemessen kritisiert. Regierungssprecher Sebastian Hille machte deutlich, dass man die feindliche Übernahme einer systemrelevanten Bank nicht akzeptiere. Flankiert wird diese Haltung von der Gewerkschaft Verdi und mittelständischen Kunden. Verdi-Vertreter Jan Duscheck betont, dass nur eine eigenständige Bank das bestehende Filialnetz sichern könne.
Aktie im Höhenflug
Am Aktienmarkt sorgt die politische Rückendeckung für Auftrieb. Das Commerzbank-Papier kletterte am Mittwoch auf 36,99 Euro. Damit summiert sich das Kursplus der vergangenen 30 Tage auf 17,5 Prozent. Der stark erhöhte Relative-Stärke-Index unterstreicht das massive Momentum der Papiere.
Analysten bewerten die italienische Offerte derweil als unattraktiv. Sie beinhaltet einen rechnerischen Abschlag zum aktuellen Börsenkurs. Die UniCredit selbst agiert aus einer Position der Stärke: Für das erste Quartal meldete die Bank einen Rekordgewinn von 3,2 Milliarden Euro sowie eine Eigenkapitalrendite von 26 Prozent.
Orlopps Plan für die Eigenständigkeit
Die Führung der Commerzbank bereitet parallel die eigene Verteidigung vor. Am Freitag stellt Vorstandschefin Bettina Orlopp ein umfassendes Strategie-Update vor. Geplant sind ehrgeizigere Renditeziele bis 2030 und strengere Kostensenkungen. Gelingt es dem Management, Analysten von dem erwarteten Gewinnanstieg auf knapp 3,5 Milliarden Euro für das laufende Jahr zu überzeugen, erschwert das der UniCredit eine mögliche Nachbesserung ihres bis Mitte Juni laufenden Angebots.
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