Commerzbank Aktie: Betriebsrat zeigt UniCredit vor Frist-Ende an

Der Gesamtbetriebsrat der Commerzbank zeigt UniCredit wegen Marktmanipulation an. Die BaFin prüft die Vorwürfe.

Die Kernpunkte:
  • Strafanzeige wegen Marktmanipulation
  • Betriebsrat bezweifelt reguläre Andienungen
  • Angebot liegt unter aktuellem Börsenkurs
  • Annahmefrist endet am 16. Juni

Der Übernahmekampf um die Commerzbank erreicht eine neue Stufe. Unmittelbar vor dem Ende der Annahmefrist erstattet der Gesamtbetriebsrat Strafanzeige gegen UniCredit — wegen Marktmanipulation und Irreführung des Kapitalmarkts.

Betriebsrat greift zu rechtlichen Mitteln

Nach einer außerordentlichen Sitzung am Freitag hat der Gesamtbetriebsrat unter Vorsitz von Sascha Uebel rechtliche Schritte eingeleitet. Der Vorwurf: Verstöße gegen die Paragraphen 119 und 120 des Wertpapierhandelsgesetzes.

Auslöser ist die jüngste Entwicklung der Andienungsquoten. Bis zum 11. Juni wurden UniCredit rund 11,22 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient. Damit stieg der rechnerische Anteil der Italiener auf etwa 37 Prozent. Der Betriebsrat bezweifelt, dass diese Andienungen auf regulärem Weg durch unabhängige Investoren zustande kamen.

Das Kernproblem: Angebot liegt unter Börsenkurs

Die Kritik hat einen konkreten Aufhänger. Das UniCredit-Angebot sieht einen Tausch in 0,485 UniCredit-Aktien vor. Rechnerisch liegt das rund 1,50 Euro unter dem aktuellen Commerzbank-Kurs. Dass trotzdem signifikante Anteile angedient wurden, wertet die Arbeitnehmerseite als Indiz für unlautere Praktiken.

Berichten zufolge stammen die angedienten Papiere fast ausschließlich von Banken und Parteien, die mit UniCredit in Verbindung stehen — darunter Nomura. Die Wertpapierleihe-Aktivitäten sollen seit Veröffentlichung des Angebots um mehr als das Zehnfache gestiegen sein. Die BaFin prüft die gemeldeten Quoten und die zugrunde liegenden Geschäfte bereits.

UniCredit-Chef Andrea Orcel hat die Vorwürfe als grundlos zurückgewiesen. Er betont die Einhaltung aller gesetzlichen Anforderungen.

Aktie hält sich robust

An der Börse zeigt sich die Commerzbank-Aktie wenig beeindruckt. Sie schloss am Freitag bei 36,76 Euro — ein Plus von 1,63 Prozent auf Tagesbasis. Das Papier notiert damit weiterhin deutlich über dem rechnerischen Angebotswert und liegt nur rund 3,6 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 38,15 Euro.

Am Dienstag, dem 16. Juni, endet die reguläre Annahmefrist für das UniCredit-Angebot. Verlängert UniCredit die Frist bis zum 3. Juli, oder führen die rechtlichen Vorwürfe zu einer Verzögerung? Wie die BaFin die gemeldeten Quoten bewertet, dürfte maßgeblich beeinflussen, ob UniCredit das Angebot nachbessern muss — oder es ganz zurückzieht.

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