Commerzbank Aktie: Diederich-Plan im Fokus?
UniCredit prüft Personal- und Gremienpläne für die Commerzbank; regulatorische Prüfungen und der Widerstand der Bundesregierung lassen den Ausgang offen.

- Michael Diederich als Nachfolger im Gespräch
- UniCredit plant Neubesetzung der Anteilseignervertreter
- Hauptversammlung könnte im Januar stattfinden
- Übernahmepläne hängen von offenen Prüfungen ab
Im Ringen um die Commerzbank gerät die personelle Besetzung der Führungsspitze in den Fokus. Laut Finanzkreisen erwägt der italienische Großaktionär UniCredit im Zuge seiner Übernahmepläne einen Wechsel an der Vorstandsspitze des Frankfurter Instituts.
Als potenzieller Nachfolger für Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp wird Michael Diederich gehandelt. Die Aktie des DAX-Konzerns beendete den gestrigen Handelstag mit einem Minus von 1,4 Prozent bei 39,45 Euro.
Diederich als Kandidat im Gespräch
Der 61-jährige Diederich leitet gegenwärtig gemeinsam die Unternehmenskundenbank der Deutschen Bank. Seine Vita weist enge Verbindungen zur UniCredit-Gruppe auf: Von 2018 bis 2023 führte er die deutsche Tochtergesellschaft HVB und arbeitete in dieser Funktion direkt mit UniCredit-Konzernchef Andrea Orcel zusammen.
Nach seinem Abschied aus der Bankenbranche war Diederich zunächst als Finanzvorstand für den FC Bayern München tätig, bevor er zur Deutschen Bank wechselte.
Ob ein Wechsel an die Commerzbank-Spitze tatsächlich zustande kommt, gilt in Finanzkreisen derzeit als fraglich. Diederich fühle sich in seiner aktuellen Position bei der Deutschen Bank wohl. Weder UniCredit noch Diederich selbst äußerten sich zu den Spekulationen. Aus dem Umfeld der Mailänder Bank heißt es zudem, eine konkrete Suche nach Personalien sei verfrüht, da die Abstimmung mit der Bundesregierung gegenwärtig oberste Priorität habe.
Strategie für Aufsichtsrat und Hauptversammlung
Weitergehende Details zu den italienischen Überlegungen meldete die italienische Tageszeitung Milano Finanza. Demnach strebe UniCredit an, bis Januar Klarheit über die Personalie zu schaffen, um Orlopp möglicherweise im Februar abzulösen. Die personellen Pläne stehen in direktem Zusammenhang mit dem Ziel, den 20-köpfigen Aufsichtsrat der Commerzbank neu auszurichten.
UniCredit plane, nach dem Abschluss des formalen Übernahmeangebots eine Hauptversammlung einzuberufen. Dieses Aktionärstreffen könnte dem Vernehmen nach bereits im Januar angesetzt werden, sodass die Anteilseigner im Februar abstimmen könnten.
Eine solche Abstimmung fände damit zwei Monate vor dem regulären Ende der Amtszeit des aktuellen Kontrollgremiums statt. Die Mailänder beabsichtigen dem Bericht zufolge, alle zehn Vertreter der Anteilseignerseite im Aufsichtsrat auszutauschen. Damit will sich der italienische Konzern die faktische Mehrheit in dem Kontrollorgan sichern.
Widerstand aus Berlin und offene Genehmigungen
Jeder Schritt dieses Fahrplans setzt zwingend den Abschluss der ausstehenden regulatorischen Prüfungen voraus. Zudem bleibt der Konflikt mit der Bundesregierung ungelöst, die einer Übernahme des Frankfurter Traditionshauses weiterhin kritisch gegenübersteht. Angesichts dieser Hürden bleibt die Durchsetzbarkeit der Personal- und Umbaupläne offen.
Commerzbank-Aktionäre müssen sich in den kommenden Monaten auf anhaltende Machtkämpfe zwischen Frankfurt, Mailand und Berlin einstellen. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 45,81 Milliarden Euro bleibt die Commerzbank an den Finanzmärkten hoch bewertet.
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