Commerzbank Aktie: DZ Bank hebt Kursziel auf 46 Euro
Analysten reagieren auf Rekordquartal der Commerzbank mit angehobenen Kurszielen. DZ Bank sieht 46 Euro, während die Übernahmefrage durch UniCredit offen bleibt.

- DZ Bank erhöht Kursziel auf 46 Euro
- Deutsche Bank bestätigt Kaufempfehlung
- JPMorgan hebt Ziel leicht auf 38 Euro
- Aktie nähert sich 52-Wochen-Hoch
Drei große Analystenhäuser haben am Freitag ihre Einschätzungen zur Commerzbank überarbeitet – und schicken damit ein klares Signal an den Markt, wenige Tage nach den Rekordzahlen der Bank. Allen Bewertungen liegt eine gemeinsame Beobachtung zugrunde: Das Geschäft läuft besser als erwartet, während die Übernahmefrage durch UniCredit weiterhin im Hintergrund mitschwingt.
DZ Bank sieht Übernahme als Basisszenario
Am deutlichsten fiel die Reaktion der DZ Bank aus. Das Institut hob den fairen Wert für die Commerzbank-Aktie von 42 auf 46 Euro an und bekräftigte die Kaufempfehlung. Die Analysten gehen weiterhin davon aus, dass UniCredit die Commerzbank vollständig übernehmen wird, erwarten aber kurzfristig kein neues Angebot des italienischen Rivalen. Diese Einschätzung stützt sich auf die laufenden Kontrollbestrebungen der Italiener, die inzwischen auf fast die Hälfte der Stimmrechte zugreifen können.
Deutsche Bank Research beließ die Einstufung bei „Buy“ und das Kursziel bei 42 Euro. Analyst Benjamin Goy lobte, das zweite Quartal habe die Erwartungen solide getoppt, merkte aber an, der Geschäftsmix hätte besser ausfallen können. JPMorgan zeigte sich zurückhaltender: Das Haus erhöhte sein Kursziel nur leicht von 37 auf 38 Euro und beließ die Einstufung bei Neutral. Grundlage der Anpassung waren nach oben korrigierte Gewinnschätzungen, die auf höhere Erträge und geringere Kosten setzen.
Kurs nähert sich altem Jahreshoch
Der Markt reagierte am Freitag zustimmend: Die Aktie schloss bei 39,17 Euro und legte um 1,61 Prozent zu. Damit bewegt sich das Papier nur noch rund 1,71 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das erst am Donnerstag markiert wurde. Die frischen Kursziele bestätigen aus Analystensicht, dass für die Aktie trotz der jüngsten Rally noch Spielraum besteht – DZ Bank sieht mit 46 Euro deutlich mehr Potenzial als der aktuelle Kurs widerspiegelt.
Hintergrund der positiven Einschätzungen ist das Rekordhalbjahr, das die Bank am Donnerstag vorgelegt hatte: Ein operatives Ergebnis von 1.367 Millionen Euro im zweiten Quartal war das beste in der Firmengeschichte, während die Nettoeigenkapitalrendite auf 12,5 Prozent stieg. Für das Gesamtjahr bestätigte das Management seine Prognose eines Nettoergebnisses von mindestens 3,4 Milliarden Euro. Allerdings mahnten die Analysten auch Schattenseiten an: In Deutschland fließen zinssensitive Einlagen ab, weil Wettbewerber mit Lockangeboten über drei Prozent locken, während der Zinsüberschuss in Polen unter sinkenden Leitzinsen leidet.
Übernahmeprozess bleibt Unsicherheitsfaktor
Parallel zur operativen Entwicklung läuft das aufsichtsrechtliche Verfahren rund um UniCredit weiter. Die BaFin hatte den Antrag der Italiener auf eine Mehrheitsbeteiligung als vollständig eingestuft und zur Entscheidung an die Europäische Zentralbank weitergeleitet. Damit beginnt eine gesetzliche Frist von 60 Arbeitstagen, die sich um bis zu 20 weitere Tage verlängern kann, sollte die EZB zusätzliche Informationen anfordern. Bis zur endgültigen Kontrollübernahme fehlen UniCredit zudem noch Zustimmungen der EU-Kartellbehörden, der deutschen Außenwirtschaftsprüfung, der US-Notenbank Fed sowie der polnischen Finanzaufsicht.
Die Bundesregierung, die mit rund 12,7 Prozent zweitgrößter Aktionär bleibt, hatte am vergangenen Dienstag ihre Position bekräftigt: Sie werde ihren Anteil nicht im Rahmen des Angebots an UniCredit übertragen, weil weder Preis noch Vorgehen angemessen seien. Für Anleger bleibt damit eine Gemengelage bestehen, in der operative Stärke und regulatorische Unsicherheit gleichzeitig auf den Kurs wirken – die jüngsten Kurszielanhebungen deuten jedoch darauf hin, dass die Analystengemeinde der Commerzbank unabhängig vom Ausgang der Übernahmefrage weiteres Aufwärtspotenzial zutraut.
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