Commerzbank Aktie: EU-Kommission entscheidet bis 16. November
Die EZB erlaubt UniCredit eine höhere Beteiligung; EU-Prüfung, Angebotsbedingungen und Kontrollwechsel sind weiterhin offen.

- EU-Kommissionsentscheidung bis November erwartet
- EZB erlaubt Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle
- UniCredit erwartet rund 50 Prozent Stimmrechte
- RBC erhöht Kursziel auf 41 Euro
Bei der angestrebten Übernahme der Commerzbank richtet sich der Blick auf die EU-Kommission: Sie will voraussichtlich bis zum 16. November entscheiden. Dies berichtete dpa-AFX gestern. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bezeichnete die Gespräche mit UniCredit über wichtige Bedingungen als konstruktiv. Damit stehen neben dem regulatorischen Zeitplan weiterhin die Bedingungen des Vorhabens im Mittelpunkt. Abgeschlossen ist die Übernahme nicht.
Entscheidung und Kontrollübernahme bleiben getrennte Schritte
Für Anleger ist die Unterscheidung zwischen einer behördlichen Freigabe und dem Abschluss der Transaktion entscheidend. Der angekündigte Entscheidungstermin der EU-Kommission ist ein nächster Prüfpunkt, aber noch keine Zusage für den Vollzug. Auch Klingbeils positive Beschreibung der Gespräche bedeutet nicht, dass sämtliche Bedingungen bereits geklärt sind.
Am Donnerstag genehmigte die EZB UniCredit, die Schwelle von 30 Prozent bei der Commerzbank zu überschreiten. Die Beteiligung darf ohne Obergrenze weiter ausgebaut werden. Damit liegt eine wichtige aufsichtsrechtliche Erlaubnis vor; weitere regulatorische Verfahren und Angebotsbedingungen stehen jedoch noch aus.
UniCredit erwartet nach deren Abschluss gegen Jahresende rund 50 Prozent der Commerzbank-Stimmrechte zu halten und die Kontrolle übernehmen zu können. Das ist eine Erwartung des Unternehmens, kein bereits erreichter Beteiligungsstand. Der Zeitplan bleibt somit an Voraussetzungen gebunden.
Die konstruktiven Gespräche sind deshalb als positives Verhandlungssignal einzuordnen, nicht als Bestätigung einer endgültigen Einigung. Für die Bewertung der Übernahmepläne bleiben sowohl die ausstehenden Entscheidungen als auch die Erfüllung der Angebotsbedingungen maßgeblich.
Höheres Kursziel ohne bessere Einstufung
Abseits des Übernahmeverfahrens hob RBC am Dienstag das Kursziel für die Commerzbank von 40 auf 41 Euro an. Die Einstufung beließ das Analysehaus bei „Sector Perform“. Das höhere Ziel ging damit nicht mit einer besseren Empfehlung einher.
Diese Unterscheidung begrenzt die Aussagekraft der Anpassung: RBC veränderte die Zielmarke, nicht aber die grundsätzliche Einstufung der Aktie. Eine uneingeschränkt positive Analystenposition lässt sich daraus nicht ableiten.
Parallel setzt die Commerzbank ihr laufendes Aktienrückkaufprogramm fort. Am Montag meldete sie für den Zeitraum vom 5. bis einschließlich 9. Oktober den Erwerb von 2.987.942 eigenen Aktien.
Damit stehen die Übernahmepläne nicht allein auf der Anlegeragenda. Den nächsten konkreten Termin für das Verfahren liefert aber die erwartete Entscheidung der EU-Kommission. Bis dahin bleiben der konstruktive Gesprächsstand und UniCredits Kontrollpläne von einem vollzogenen Eigentümerwechsel klar zu trennen.
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