Commerzbank Aktie: EZB tendiert zur Genehmigung
Die EZB neigt zur Genehmigung der Commerzbank-Übernahme durch UniCredit. Die finale Entscheidung wird für Herbst erwartet, ein Abschluss bis Ende 2026.

- EZB zeigt Zustimmungstendenz
- BaFin-Kritik ohne Blockadewirkung
- UniCredit hält 47,6 Prozent
- Commerzbank-Aktie nahe Höchststand
Die Europäische Zentralbank tendiert einem vertraulichen Dokument zufolge dazu, die Übernahme der Commerzbank durch UniCredit zu genehmigen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, sieht die Aufsicht bei ihrer vorläufigen Prüfung keinen Grund zur Ablehnung. Reuters und La Repubblica bestätigten die Einschätzung übereinstimmend.
Die endgültige Prüfung soll im September oder Oktober folgen, ein Abschluss des Verfahrens wird für Ende 2026 erwartet. Die EZB warnt zugleich, die Integration der beiden Institute könnte „langwierig und komplex“ werden – ein Hinweis darauf, dass eine grünes Licht für die Übernahme selbst noch keine reibungslose Fusion garantiert.
BaFin bleibt kritisch, kann Verfahren aber nicht blockieren
Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat sich dem Vorgehen von UniCredit gegenüber kritisch positioniert und wirft dem italienischen Institut ein aggressives Vorgehen vor. Für ein Blockieren der Übernahme reicht diese Kritik den Berichten zufolge jedoch nicht aus – die EZB gilt als die entscheidende Instanz im Genehmigungsprozess.
UniCredit hält nach aktuellem Stand 47,6 Prozent der Commerzbank-Anteile. Damit bewegt sich der italienische Großaktionär weiter auf eine Mehrheitsbeteiligung zu, ohne dass eine vollständige Übernahme bislang formal vollzogen wäre.
Markt reagiert mit spürbarer Erholung
Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Commerzbank-Aktie ohnehin in guter Verfassung ist. Das Papier notiert vorbörslich bei 39,39 Euro und damit nur rund 1,2 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 39,85 Euro, das erst am 6. August markiert wurde. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 9,1 Prozent zugelegt.
Für Anleger bedeutet die sich verdichtende Aussicht auf eine EZB-Genehmigung vor allem eines: Rechtssicherheit rückt näher. Solange das Verfahren offen blieb, lastete die Unsicherheit über den Fortgang der Übernahme auf der Einschätzung des Titels. Mit einer für Herbst avisierten finalen Entscheidung der EZB und einem möglichen Abschluss des gesamten Verfahrens bis Ende des Jahres zeichnet sich nun ein klarer Zeithorizont ab.
Offen bleibt, wie sich eine tatsächliche Integration der beiden Banken gestalten würde, sollte UniCredit am Ende die Kontrolle übernehmen. Die EZB selbst dämpft Erwartungen an einen reibungslosen Prozess und verweist auf die Komplexität eines solchen grenzüberschreitenden Zusammenschlusses zweier großer Kreditinstitute.
Für Investoren dürfte damit die eigentliche Übernahmefrage zunehmend in den Hintergrund treten – die spannendere Frage wird sein, wie eine mögliche Fusion operativ und strategisch umgesetzt würde.
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