Commerzbank Aktie: Kalte Dusche

UniCredit-CEO Andrea Orcel hält den Börsenwert der Commerzbank für zu hoch, was eine zeitnahe Komplettübernahme unwahrscheinlich macht. Die Aktie gerät unter Druck.

Die Kernpunkte:
  • Orcel sieht hohe Bewertung als zentrale Hürde
  • Aktie verliert deutlich vom Jahreshoch
  • Technische Unterstützung bei 34,50 Euro im Fokus
  • Fokus verschiebt sich auf Quartalszahlen der Bank

Die Übernahmefantasie bei der Commerzbank erhält einen herben Dämpfer. UniCredit-Chef Andrea Orcel bezeichnet die aktuelle Bewertung der Frankfurter Großbank als zu hoch und sät damit Zweifel an einer zeitnahen Komplettübernahme. Anleger reagieren nervös auf die Zurückhaltung der Italiener: Platzt der Traum vom schnellen Aufschlag, oder ist dies nur Teil des Verhandlungspokers?

  • Auslöser: UniCredit-CEO Orcel nennt hohe Bewertung als Übernahme-Hindernis.
  • Aktionärsstruktur: UniCredit hält ca. 29 %, der Bund ca. 12 %.
  • Charttechnik: Aktueller Kurs von 35,45 Euro nähert sich wichtigen Unterstützungen.

Bewertung bremst Euphorie

Die jüngsten Äußerungen aus Mailand sorgen für Ernüchterung auf dem Parkett. Obwohl die UniCredit inzwischen rund 29 Prozent der Anteile hält, signalisierte CEO Orcel deutlich, dass der aktuelle Börsenwert der Commerzbank eine zentrale Hürde für ein vollständiges Übernahmeangebot darstellt. Der Markt hatte in den vergangenen Monaten eine erhebliche “M&A-Prämie” eingepreist, die nun zu entweichen droht.

Analysten von JPMorgan werten die Situation ähnlich vorsichtig. Sollte kein konkretes Angebot erfolgen, sehen die Experten den fairen Wert der Aktie eher im Bereich von 33 Euro. Ohne die schützende Hand der Übernahmespekulation rücken die fundamentalen Kennzahlen wieder stärker in den Blick der Investoren.

Strategisches Patt belastet

Die Situation bleibt verfahren. Auf der einen Seite steht die UniCredit als dominanter Einzelaktionär, auf der anderen Seite der deutsche Staat, der sich kritisch zu einer feindlichen Übernahme positioniert hat. Dazwischen agiert das Commerzbank-Management unter Bettina Orlopp, das weiterhin konsequent die “Stand-Alone-Strategie” verfolgt und die Profitabilität aus eigener Kraft steigern will.

Mit einem aktuellen Kurs von 35,45 Euro notiert das Papier zwar noch über dem 50-Tage-Durchschnitt von 34,68 Euro, doch der Abstand schmilzt. Der Rückgang vom 52-Wochen-Hoch bei 41,58 Euro beträgt mittlerweile fast 15 Prozent. Marktbeobachter interpretieren den heutigen Druck als Zeichen dafür, dass Anleger beginnen, Risiken neu zu bewerten.

Unterstützung muss halten

Für den weiteren Kursverlauf ist die Zone zwischen 34,50 und 35,00 Euro entscheidend. Hier verlaufen wichtige technische Unterstützungen, deren Bruch weiteren Verkaufsdruck durch algorithmische Handelssysteme auslösen könnte. Solange aus Mailand kein klares “Go” für eine Offerte kommt, bleibt die Aktie anfällig für Schwankungen. Der Fokus verschiebt sich nun auf die kommenden Quartalszahlen: CEO Orlopp muss beweisen, dass die Bank ihre Bewertung auch ohne Übernahmefantasie rechtfertigen kann.

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