Commerzbank Aktie: Kapitalpolster wächst weiter

Die Commerzbank muss ab 2027 weniger zusätzliches Kapital vorhalten; ihre Kernkapitalquote lag Ende Juni bei 14,4 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • EZB reduziert Zusatzanforderung um fünf Basispunkte
  • Neue Vorgabe gilt ab Januar 2027
  • Kernkapitalquote lag bei 14,4 Prozent
  • Scope bestätigt Rating A mit stabilem Ausblick

Die Europäische Zentralbank verlangt von der Commerzbank 2027 etwas weniger Kapital als bisher. Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem die Aufseher die Anforderungen senken. Die Aktie legte am Dienstag zu und notierte zuletzt bei rund 37,73 Euro, ein Plus von gut eineinhalb Prozent.

Was die EZB beschlossen hat

Im Rahmen des aufsichtlichen Überprüfungsprozesses SREP sinkt die zusätzliche Eigenmittelanforderung um 5 Basispunkte auf 2,10 Prozent. Mindestens 1,18 Prozent davon muss die Bank mit hartem Kernkapital unterlegen. Die Regelung gilt ab dem 1. Januar 2027.

Die zusätzliche Anforderung an die Verschuldungsquote bleibt unverändert bei 0,1 Prozent. Die Bank erfüllt sie mit großem Abstand: Die Leverage Ratio lag Ende Juni bei 4,3 Prozent, gefordert sind 3,1 Prozent.

Unterm Strich ergibt sich eine harte Kernkapitalanforderung von pro forma 10,26 Prozent der risikogewichteten Aktiva, basierend auf den Zahlen vom 30. Juni 2026. Das sind 0,03 Punkte weniger als zuvor.

Großer Puffer, klare Botschaft

Die tatsächliche harte Kernkapitalquote lag Ende Juni bei 14,4 Prozent. Der Abstand zur Schwelle, ab der Ausschüttungen eingeschränkt würden, beträgt damit mehr als vier Prozentpunkte. Das eigene Strategieziel bis 2030 liegt bei 13,5 Prozent.

Vorstandschefin Bettina Orlopp wertet die Entscheidung als Beleg für die Stärke des Geschäftsmodells. Profitables Wachstum und diszipliniertes Risikomanagement zahlten sich aus. Beides erlaube es, Wachstum zu finanzieren und zugleich die Politik der Kapitalrückgabe an Aktionäre fortzuführen.

Rückendeckung kommt auch von der Ratingseite. Scope bestätigte das Emittenten-Rating mit A und stabilem Ausblick. Die Agentur verweist auf die solide operative Entwicklung sowie das starke Solvabilitäts- und Refinanzierungsprofil. Einen Übernahmeverlauf bezeichnete Scope als mittlerweile sehr wahrscheinlich: Dass die Commerzbank Teil der italienischen Großbank Unicredit wird, habe jedoch keine direkten Auswirkungen auf die Bonitätsbewertung.

Der nächste Termin steht bereits fest. Am 5. November 2026 legt die Commerzbank ihre Zahlen zum dritten Quartal vor. Dann zeigt sich, ob der Kapitalpuffer weiter wächst und wie viel Spielraum für Ausschüttungen bleibt.

Anzeige

Stand heute, 27. Oktober: Commerzbank – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Commerzbank investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 27. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Commerzbank: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Commerzbank