Commerzbank Aktie: Klingbeil trifft UniCredit am 14. September

UniCredit soll am 14. September mit Finanzminister Klingbeil sprechen, während Weidmann strengere Übernahmeregeln für Deutschland verlangt.

Die Kernpunkte:
  • Gespräch mit Klingbeil für 14. September angesetzt
  • Berliner Widerstand gegen UniCredit offenbar abgeschwächt
  • Weidmann verlangt Prüfung deutscher Übernahmeregeln
  • Commerzbank-Aktie nahe dem 52-Wochen-Hoch

Die Übernahmegeschichte um die Commerzbank steuert auf ihren nächsten Termin zu. Wie berichtet wird, steht UniCredit kurz vor einem Gespräch mit Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, das für den 14. September angesetzt sein soll. Damit verschiebt sich der Fokus der Debatte: Es geht nicht mehr darum, ob Berlin das Vorgehen des italienischen Instituts verhindern will, sondern zu welchen Konditionen eine Annäherung ablaufen könnte.

Bereits Ende August hatte Reuters gemeldet, der Widerstand gegen die UniCredit-Avancen habe sich abgeschwächt. Das damals schon genannte Treffen am 14. September gilt seither als nächster konkreter Gesprächsschritt zwischen den Beteiligten. Die politische Linie in Berlin scheint sich damit von einer reinen Abwehrhaltung zu einer verhandlungsbereiteren Position zu verschieben.

Weidmann fordert schärfere Regeln

Nicht alle Akteure auf Seiten der Commerzbank ziehen jedoch in dieselbe Richtung. Aufsichtsratschef Jens Weidmann hatte bereits Ende August laut Reuters eine Überprüfung der deutschen Übernahmeregeln gefordert. Sein Argument: UniCredit habe ohne ausreichende Prämie Kontrolle über einen erheblichen Teil der Commerzbank-Stimmrechte erlangen können.

Diese Kritik zeigt, dass innerhalb der Commerzbank-Führung die Sorge vor einer aus ihrer Sicht zu günstigen Einstiegsposition der Italiener fortbesteht, selbst wenn die politische Bereitschaft zum Dialog wächst.

Der Ausgang des Treffens mit Klingbeil dürfte für Anleger richtungsweisend sein. Sollte sich die vorsichtige Öffnung, die Reuters bereits Ende August beschrieben hatte, bestätigen, wäre dies ein weiteres Signal, dass eine Einigung über die künftige Struktur der Commerzbank näherrückt. Bleibt es hingegen bei grundsätzlichen Differenzen über die Bedingungen, dürfte sich die Hängepartie fortsetzen.

Kurs nahe Jahreshoch

An der Börse spiegelt sich die zunehmende Verhandlungsbereitschaft in robusten Kursniveaus wider. Die Commerzbank-Aktie schloss am Mittwoch bei 40,32 Euro und damit nur 1,7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 41,00 Euro, das erst kürzlich markiert wurde.

Der Titel bewegt sich damit weiterhin in unmittelbarer Nähe seines Jahreshochs – ein Hinweis darauf, dass der Markt die politische Annäherung zwischen Berlin und UniCredit bislang eher als Chance denn als Risiko einpreist.

Für Anleger bleibt der 14. September der entscheidende Termin. Erst nach dem Gespräch zwischen UniCredit und dem Bundesfinanzminister dürfte klarer werden, ob sich die Fronten tatsächlich weiter auflösen oder ob Weidmanns Vorbehalte gegen das bisherige Vorgehen der Italiener neues Gewicht bekommen.

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