Commerzbank Aktie: Kotzbauer bestätigt Gespräche mit Unicredit
Commerzbank-Vizechef Kotzbauer bestätigt Gespräche mit Unicredit und wirbt für den Verbleib des Bundes als Gegengewicht im Übernahmeprozess.

- Kotzbauer bestätigt Gespräche mit Unicredit
- Auslandsgeschäft soll Eigenständigkeit stützen
- Bund hält weiterhin 13 Prozent
- EZB-Zustimmung bleibt noch erforderlich
Zwei Jahre nach Beginn des Übernahmekampfs meldet sich Commerzbank-Vizechef Michael Kotzbauer öffentlich zu Wort. Gegenüber der FAZ bestätigt er Gespräche mit Unicredit, die inzwischen knapp die Hälfte der Commerzbank-Anteile hält. Damit rückt ein Thema wieder in den Fokus, das lange auf Eis lag.
Kotzbauer wirbt für Eigenständigkeit im Ausland
Der Vizechef betont im Gespräch mit der FAZ die Stärke des Auslandsgeschäfts der Commerzbank als Argument in den laufenden Gesprächen. Unicredit selbst verfolgt eigene Pläne: Der italienische Großaktionär will bis 2028 rund 20 Prozent an Kosten einsparen, sollte eine Übernahme gelingen. Eine finale Entscheidung hängt zudem von der Zustimmung der EZB ab, die eine mögliche Transaktion noch genehmigen müsste.
Politisch bleibt die Lage heikel. Kotzbauer richtet sich mit seinen Aussagen auch an den Bund, der weiterhin 13 Prozent an der Commerzbank hält. Sein Appell: Berlin solle sich aus seiner Beteiligung nicht zurückziehen. Das deutet darauf hin, dass der Vizechef den Staat als Gegengewicht zu Unicredit im Übernahmepoker sehen möchte – ein Signal, das die politische Dimension des Falls unterstreicht, nachdem sich Bund und Kanzleramt in der Vergangenheit bereits mehrfach zu den Anteilsverhältnissen positioniert hatten.
Kurs nahe Jahreshoch
Die Commerzbank-Aktie hat die Unsicherheit der vergangenen zwei Jahre operativ gut verkraftet. Am Freitag schloss das Papier bei 40,30 Euro, ein Plus von 0,8 Prozent auf Tagesbasis. Seit Jahresbeginn steht damit ein Kursgewinn von 12 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, dass Anleger die Übernahmefantasie und die operative Entwicklung des Instituts weiterhin positiv bewerten.
Was der Ausgang für Anleger bedeutet
Für Investoren bleibt die zentrale Frage, ob Kotzbauers Vorstoß eine Wende in den festgefahrenen Verhandlungen markiert oder lediglich eine Positionierung vor weiteren politischen Weichenstellungen ist. Die Betonung des Auslandsgeschäfts als Stärke lässt sich als Versuch lesen, den Wert der Commerzbank in möglichen Übernahmeverhandlungen zu untermauern – unabhängig davon, ob es zu einer vollständigen Integration in den Unicredit-Konzern kommt.
Der Appell an den Bund, seine Beteiligung zu halten, zeigt zudem, dass die Führung der Commerzbank die staatliche Präsenz weiterhin als strategisches Element im Übernahmeprozess begreift.
Solange die EZB-Genehmigung aussteht und der Bund seine Position nicht klärt, bleibt der Ausgang offen. Anleger sollten die kommenden Wochen genau beobachten, da weitere Stellungnahmen aus Berlin oder Mailand die Richtung der Aktie kurzfristig beeinflussen könnten.
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