Commerzbank Aktie: Mai wird entscheidend
UniCredit erhöht mit Hauptversammlung den Druck auf die Commerzbank. Das Institut lehnt das Tauschangebot als zu niedrig ab, während der Bund die Eigenständigkeit unterstützt.

- UniCredit beruft Hauptversammlung für Tauschangebot ein
- Commerzbank lehnt Angebot als taktisch und zu niedrig ab
- Bund als Großaktionär unterstützt Eigenständigkeit der Bank
- Aktienkurs notiert deutlich unter Durchschnittswert
Der Übernahmepoker zwischen UniCredit und der Commerzbank tritt in seine heißeste Phase. Mit der Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung für den 4. Mai hat der italienische Großbankkonzern den nächsten formellen Schritt eingeleitet — und den Zeitdruck für alle Beteiligten erhöht.
Das Angebot, das niemand will
UniCredit hält bereits mehr als 29 Prozent an der Commerzbank, direkt über Aktien und indirekt über Finanzinstrumente. Am 4. Mai sollen die eigenen Aktionäre einer Kapitalerhöhung von bis zu 470 Millionen neuen Stammaktien zustimmen — die Voraussetzung für das geplante Tauschangebot.
Die Konditionen: 0,485 neue UniCredit-Aktien je Commerzbank-Papier, was einem Wert von rund 30,80 Euro entspricht. Das entspricht einem Aufschlag von lediglich vier Prozent auf den Schlusskurs vom 13. März. Für Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp ist das zu wenig — Analysten sehen das faire Kurspotenzial bei 38 Euro. Das Institut bezeichnet das Angebot als rein taktisch motiviert und besteht auf einem Eckpunkte-Papier mit klaren Parametern, bevor überhaupt Gespräche aufgenommen werden.
Auch der Bund signalisiert keine Kooperationsbereitschaft: Als 12-Prozent-Aktionär hat er bekräftigt, die Eigenständigkeit der Commerzbank zu unterstützen und eigene Aktien nicht zu tauschen. Betriebsratschef Sascha Uebel nannte das Vorgehen UniCredits „geschäftsschädigend“ — zur Hauptversammlung der Commerzbank am 20. Mai sind Aktionen der Belegschaft bereits angekündigt.
Starke Zahlen, trüber Ausblick
Dass die Commerzbank auf Eigenständigkeit pocht, ist nicht ohne Substanz. Das operative Ergebnis stieg 2025 um 18 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, und das Management stellte im Februar in Aussicht, die für 2028 gesetzten Ziele zu übertreffen. Für 2026 allerdings peilt das Institut einen Gewinn von 3,2 Milliarden Euro an — und verfehlt damit die Analystenerwartungen von 3,4 Milliarden Euro.
Der Aktienkurs spiegelt das schwierige Umfeld wider. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 14 Prozent verloren und notiert mit 31,48 Euro deutlich unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 33,10 Euro. Eine Dividendenrendite von rund 3,5 Prozent bei einer Ausschüttung von 1,10 Euro je Aktie bietet immerhin einen gewissen Puffer.
Zeitplan bis 2027
Der regulatorische Weg ist lang. Sofern UniCredit das Übernahmeangebot wie geplant im Mai nach BaFin-Freigabe veröffentlicht, ist ein Ergebnis frühestens Ende Juni oder im Juli 2026 zu erwarten. Den vollständigen Abschluss der Transaktion erwartet UniCredit jedoch erst 2027 — abhängig von verschiedenen regulatorischen Genehmigungen.
Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank werden das Angebot nach dessen Veröffentlichung prüfen und eine begründete Stellungnahme veröffentlichen. Der Mai markiert damit den Beginn einer langen Auseinandersetzung, deren Ausgang noch völlig offen ist.
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