Commerzbank Aktie: Merz verzichtet auf Abwehrmaßnahmen
UniCredit-Übernahme der Commerzbank scheitert vorerst an zu hohem Aktienkurs und fehlender Prämie.

- Nur 0,02 Prozent der Aktien eingereicht
- Berlin verzichtet auf staatliche Abwehr
- Vorstand empfiehlt Ablehnung des Angebots
- Eigenständige Strategie „Momentum 2030“ präsentiert
Die Commerzbank-Aktie klettert auf ein neues Mehrmonatshoch — ausgerechnet in dem Moment, in dem Berlin seinen Schutzschild abbaut. Kanzler Friedrich Merz verzichtet auf staatliche Abwehrmaßnahmen und lässt auch den Staatsanteil unangetastet. Die Entscheidung über die Zukunft der Bank liegt nun allein bei den Aktionären.
Angebot findet kaum Abnehmer
Das Problem für UniCredit: Der Kurs der Commerzbank liegt weit über dem Angebotswert. Aktionäre haben keinen finanziellen Anreiz, ihre Aktien anzudienen. Das zeigt sich in der ersten Wasserstandsmeldung vom 19. Mai 2026 — lediglich 0,02 Prozent der Aktien wurden bislang eingereicht.
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Insider berichten, UniCredit plane keine Preiserhöhung. Läuft die Annahmefrist am 3. Juli 2026 ohne Nachbesserung ab, scheitert die Übernahme schlicht an der Preisdifferenz.
Merz zieht sich zurück
Der Bund hält noch gut zwölf Prozent an der Bank. Merz hatte das Vorgehen von UniCredit als „feindlich und aggressiv“ bezeichnet — aktive Gegenmaßnahmen plant er trotzdem nicht. Auch die sogenannten „Golden Power“-Befugnisse, mit denen die Bundesregierung das Angebot blockieren könnte, setzt Berlin nicht ein.
Das ist eine bedeutende Verschiebung. Ein zentrales Schutzelement für die Eigenständigkeit der Bank entfällt.
Vorstand setzt auf eigene Strategie
Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen den Aktionären, das Angebot abzulehnen. Ihre Begründung: UniCredit biete keine angemessene Prämie und habe keinen belastbaren strategischen Plan vorgelegt.
Als Alternative setzt die Commerzbank auf ihre „Momentum 2030″-Strategie. Bis 2030 will die Bank ihre Erträge auf 16,8 Milliarden Euro steigern, einen Konzerngewinn von 5,9 Milliarden Euro erzielen und eine Eigenkapitalrendite von 21 Prozent erreichen. Das durchschnittliche Analystenkursziel liegt bei knapp 40 Euro — mit einem Höchstziel von 44 Euro.
Kurs mit Rückenwind
Die Aktie notiert aktuell bei 37,32 Euro und damit rund elf Prozent über ihrer 200-Tage-Linie. Über zwölf Monate hat das Papier gut 40 Prozent zugelegt.
Selbst wenn UniCredit das Angebot nachbessert: Der Abschluss der Transaktion ist laut UniCredit frühestens 2027 zu erwarten — regulatorische Genehmigungen sind unabhängig vom Ergebnis nötig. Bis zum 3. Juli 2026 muss UniCredit entscheiden, ob ein höherer Preis die Aktionäre umstimmt. Ohne Bewegung beim Angebotspreis wird die Frist ergebnislos ablaufen.
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