Commerzbank Aktie: Nur 1% Streubesitz für UniCredit

Commerzbank-Chefin Orlopp ruft Aktionäre zur Ablehnung des UniCredit-Angebots auf. Nur ein Prozent des Streubesitzes hat bisher angedient.

Die Kernpunkte:
  • Orlopp fordert Ablehnung des Übernahmeangebots
  • Nur ein Prozent der Streubesitz-Aktionäre angedient
  • Analystenkurse liegen über Angebotspreis
  • Entscheidung über Annahme bis 3. Juli

Weniger als eine Woche vor dem Fristende kämpft die Commerzbank um ihre Eigenständigkeit. Vorstandschefin Bettina Orlopp rief Aktionäre am Freitag erneut auf, das Übernahmeangebot von UniCredit abzulehnen — und lieferte dabei ein starkes Argument.

Kaum Rückhalt aus dem Streubesitz

Bis zum Ende der regulären Annahmefrist haben laut Commerzbank nur rund ein Prozent der Privatanleger und institutionellen Investoren aus dem Streubesitz ihre Aktien angedient. Der Großteil der eingelieferten Papiere stammt von Banken und Derivate-Gegenparteien, die direkt mit UniCredit verbunden sind. Das stellt die Substanz der Annahmequote grundlegend infrage.

UniCredit meldete am 19. Juni eine aggregierte Position von 42,50 Prozent. Diese setzt sich zusammen aus dem bereits gehaltenen Anteil, der Annahmequote aus der regulären Frist und Instrumenten mit Lieferanspruch. Orlopp sieht darin keinen Beweis echter Aktionärsunterstützung.

Die Commerzbank-Chefin betont: Die Analystenkursziele liegen im Schnitt erheblich über dem rechnerischen Angebotspreis. Die Bundesregierung als zweitgrößter Anteilseigner lehnt das Vorhaben ebenfalls ab. Sie will einen Rückzug der Aktie von der Börse verhindern.

Kurs hält sich nahe am Jahreshoch

Der Markt scheint dieser Einschätzung zu folgen. Die Commerzbank-Aktie schloss am Freitag bei 37,68 Euro — nur knapp drei Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro. Über zwölf Monate hat der Titel rund 39 Prozent zugelegt.

Entscheidung fällt am 3. Juli

Die verlängerte Annahmefrist läuft bis zum 3. Juli 2026. Bis dahin entscheidet sich, ob UniCredit genug unabhängige Aktionäre überzeugen kann — oder ob das Angebot an der Loyalität der Aktionärsbasis scheitert. Orlopp hat ihre Linie klar gezogen. Jetzt liegt es an den Aktionären.

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