Commerzbank Aktie: Orcel macht Druck

Die Unicredit unterbreitet ein milliardenschweres Tauschangebot für die Commerzbank, was den Aktienkurs deutlich beflügelt. Die Übernahmepläne stoßen jedoch auf Widerstand von Politik und Gewerkschaften.

Die Kernpunkte:
  • Tauschangebot bewertet Commerzbank bei 35 Milliarden Euro
  • Aktienkurs steigt um mehr als acht Prozent an
  • Bundesregierung lehnt feindliche Übernahme ab
  • Gewerkschaften warnen vor massivem Stellenabbau

Andrea Orcel lässt die Muskeln spielen. Mit einem milliardenschweren Tauschangebot hat die Unicredit heute den nächsten Zug im Übernahmepoker um die Commerzbank gemacht — und die Frankfurter DAX-Bank dabei um 8,6 Prozent auf 32,14 Euro nach oben katapultiert.

Der Kern des Angebots: Für jede Commerzbank-Aktie bietet die Unicredit 0,485 eigene Papiere, was einem Gegenwert von rund 30,80 Euro entspricht. Das entspricht einem Aufschlag von vier Prozent auf den Schlusskurs vom 13. März. Damit bewertet die Mailänder Großbank die Commerzbank mit knapp 35 Milliarden Euro.

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Cleverer Schachzug — oder Provokation?

Der eigentliche Clou liegt weniger in der Prämie als in der strategischen Logik dahinter. Die Unicredit hält aktuell direkt rund 26 Prozent der Commerzbank-Anteile, inklusive Finanzinstrumente sogar 29,9 Prozent. Durch die laufenden Aktienrückkäufe der Commerzbank drohte dieser Anteil automatisch über die kritische 30-Prozent-Marke zu steigen — was die Unicredit zu einem teuren Pflichtangebot verpflichtet hätte. Mit dem nun vorgelegten freiwilligen Angebot umgeht sie genau diesen Mechanismus und kann ab Überschreiten der Schwelle frei am Markt zukaufen. Händler sprachen denn auch von einem strategisch geschickt gewählten Zeitpunkt, zumal die Commerzbank-Aktie zuletzt deutlich nachgegeben hatte.

Das offizielle Angebot soll im Mai vorgelegt werden, die Annahmefrist ist auf vier Wochen ausgelegt. Bis spätestens 4. Mai plant die Unicredit eine außerordentliche Hauptversammlung, um ihre eigenen Aktionäre für die nötige Kapitalerhöhung ins Boot zu holen.

Breite Front des Widerstands

Auf der Gegenseite formiert sich erheblicher Gegenwind. Die Commerzbank-Führung sieht in dem Angebot keine ausreichende Gesprächsgrundlage und bemängelt, das Gebot enthalte keine Angaben zu einer wertstiftenden Transaktion. Das Bundesfinanzministerium bekräftigte, eine feindliche Übernahme einer systemrelevanten Bank sei nicht akzeptabel.

Die Gewerkschaft Verdi schlägt in dieselbe Kerbe und verweist auf das Schicksal der HVB nach deren Übernahme durch die Unicredit 2005 — damals folgte ein massiver Stellenabbau. Auch der Commerzbank-Betriebsrat kündigte erbitterten Widerstand an. Immerhin: Die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, hält dagegen und mahnt, grenzüberschreitende Bankenfusionen nicht reflexartig politisch abzublocken.

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp versucht derweil, die Eigenständigkeit ihres Hauses mit einem ehrgeizigen Rendite- und Dividendenprogramm zu untermauern — bislang ohne durchschlagenden Erfolg, wie Orcels anhaltende Offensive zeigt. Die nächste Eskalationsstufe in diesem Machtkampf dürfte auf politischer Ebene stattfinden.

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