Commerzbank Aktie: Orcel-Treffen kostet Knof Vergütung
Commerzbank-Aktionäre unterstützen Eigenständigkeitskurs. Ex-Chef Knof verliert Bonus wegen nicht gemeldeten Treffens mit UniCredit-Chef.

- Aktionäre bestätigen Vorstand mit großer Mehrheit
- Ex-Chef Knof erhält gekürzte Vergütung
- UniCredit-Angebot findet kaum Annahme
- Momentum 2030: KI-Investitionen und Stellenabbau
Die Commerzbank sendet auf ihrer Hauptversammlung ein klares Signal: eigenständig bleiben, UniCredit abwehren, Tempo halten. Neben der Strategie rückt eine heikle Personalie in den Vordergrund. Ex-Chef Manfred Knof verliert Bonus, weil er ein Treffen mit UniCredit-Chef Andrea Orcel nicht gemeldet hatte.
Für die Aktie zählt jetzt beides: die Abwehr der Offerte und der Beweis, dass „Momentum 2030“ mehr ist als ein Abwehrplan.
Knof zahlt für das Orcel-Treffen
Aufsichtsratschef Jens Weidmann machte in Wiesbaden öffentlich, dass die Bank Knofs variable Vergütung für 2024 um 30 Prozent kürzte. Der Grund: Der Aufsichtsrat sah eine Pflichtverletzung.
Knof habe den Vorstand nicht über sein Treffen mit Orcel unterrichtet. Nach Medienberichten fand das Gespräch im September 2024 bei Knof zu Hause statt. Aufsichtsrat und Nachfolgerin Bettina Orlopp erfuhren laut früherer Darstellung erst 2025 aus der Presse davon.
Knof erklärte später, Orcel sei unangekündigt erschienen. Erkenntnisse habe das Gespräch nicht gebracht. Aus Sicht der Commerzbank reichte das nicht als Begründung.
Aktionäre stützen den Abwehrkurs
Hinter der Personalie steht der eigentliche Machtkampf: UniCredit will Zugriff, die Commerzbank setzt auf Eigenständigkeit. Die Hauptversammlung stellte sich mit großer Mehrheit hinter „Momentum 2030“. Die Entlastung des Vorstands lag zwischen 99,58 und 99,64 Prozent.
Den Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2025 billigten 91,28 Prozent. Das ist ein klares Votum für die aktuelle Führung. Kein Wunder, dass die Bank diesen Rückenwind offensiv nutzt.
Für das Geschäftsjahr 2025 fließen rund 2,7 Milliarden Euro an Aktionäre zurück. Darin enthalten sind bereits abgeschlossene Rückkäufe von rund 1,5 Milliarden Euro. Die Summe entspricht dem gesamten Nettoergebnis vor Restrukturierung und AT-1-Kupons.
UniCredit kommt kaum voran
Die Resonanz auf das UniCredit-Angebot bleibt minimal. Bislang wurden nur 0,0059 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient. UniCredit bietet 0,485 neue UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie.
Vorstand und Aufsichtsrat halten die Prämie für nicht angemessen. Außerdem vermissen sie einen belastbaren strategischen Plan für einen Zusammenschluss. Damit bleibt die Offerte politisch präsent, aber operativ schwach.
Der Markt gibt der Commerzbank dabei Rückenwind. Die Aktie schloss am Freitag bei 36,16 Euro und liegt auf Monatssicht 3,85 Prozent im Plus. Der RSI von 80,6 signalisiert allerdings eine stark überkaufte kurzfristige Lage.
Unabhängige Analysten sehen im Median rund 41,50 Euro als Zielkurs. Das liegt klar über dem aktuellen Kurs. Es stützt die Argumentation der Bank, dass UniCredit mehr liefern müsste.
Momentum 2030 als Gegenangebot
Die Antwort der Commerzbank heißt „Momentum 2030“. Das Programm zielt auf eine Eigenkapitalrendite von 21 Prozent am Ende des Jahrzehnts.
Dafür sollen von 2026 bis 2030 rund 600 Millionen Euro in Künstliche Intelligenz fließen. Parallel will der Konzern weitere 3.000 Vollzeitstellen abbauen. Die Bank verbindet also Wachstumstechnik mit harter Kostenarbeit.
Bei Ausschüttungen will die Commerzbank den Kurs ebenfalls schärfen. Der Dividendenanteil soll auf mindestens 50 Prozent steigen. Aktienrückkäufe bleiben Teil des Plans.
Die erweiterte Annahmefrist läuft voraussichtlich bis zum 3. Juli 2026. UniCredit rechnet mit einem Abschluss erst 2027, weil regulatorische Genehmigungen fehlen. Ohne bessere Konditionen oder Barkomponente bleibt der Hebel der Mailänder begrenzt: Die Commerzbank hat die Hauptversammlung klar hinter sich.
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