Commerzbank Aktie: Orlopp fordert Einigung von Bund und UniCredit

Commerzbank-Chefin Orlopp sieht eine Verständigung zwischen Bundesregierung und UniCredit als Voraussetzung für eine geordnete Transaktion.

Die Kernpunkte:
  • Orlopp betont Bedeutung staatlicher Zustimmung
  • UniCredit kontrolliert bis zu 50 Prozent
  • EZB-Genehmigung im vierten Quartal erwartet
  • Führungswechsel bei Übernahme möglich

Im Übernahmepoker um die Commerzbank schaltet sich das Frankfurter Management mit deutlichen Worten ein. Vorstandschefin Bettina Orlopp betonte heute auf einer Konferenz von Barclays, wie entscheidend eine Verständigung zwischen den beiden Hauptanteilseignern ist. Die angestrebte Transaktionsstruktur könne nur reibungslos funktionieren, wenn sich die Bundesregierung und die italienische UniCredit verständigen.

Am Aktienmarkt reagierten die Anleger verhalten auf die jüngsten Äußerungen. Die Commerzbank-Aktie notiert heute bei 41,97 Euro, was einem Minus von 0,9 Prozent entspricht. Damit beläuft sich die Marktkapitalisierung des Instituts auf 46,18 Milliarden Euro.

Bedingungen für das Übernahmemodell

Die italienische Großbank UniCredit baut ihren Einfluss seit Monaten schrittweise aus. Nach dem Ende der Annahmefrist für das öffentliche Übernahmeangebot im Juli wurden der Bank 17,6 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient.

Insgesamt verfügt das Institut aus Mailand inzwischen über den Zugriff auf bis zu 50 Prozent der Stimmrechte. Eine formelle Kontrollübernahme setzt allerdings noch die Genehmigung der Europäischen Zentralbank voraus, mit der die Italiener im vierten Quartal rechnen.

Bettina Orlopp hatte sich in der Vergangenheit zu konstruktiven Gesprächen bereit erklärt. Gleichzeitig hob sie nun hervor, dass der Bund als zweitgrößter Anteilseigner eine Schlüsselrolle einnimmt. Ohne eine Einigung mit Berlin lasse sich der geplante Zusammenschluss kaum geordnet umsetzen.

Finanzminister Lars Klingbeil hatte am vergangenen Montag UniCredit-Chef Andrea Orcel empfangen. Aus Regierungskreisen hieß es zuletzt, die Commerzbank müsse börsennotiert bleiben, ihren Sitz in Frankfurt behalten und das Mittelstandsgeschäft fortführen.

Drohender Umbau an der Führungsspitze

Neben den regulatorischen Hürden zeichnet sich auch ein Konflikt über die künftige Besetzung der Spitzenposten ab. Medienberichten zufolge plant UniCredit-Chef Andrea Orcel nach einer erfolgreichen Übernahme einen umfassenden Führungsumbau. Dabei könnten sowohl Vorstandschefin Bettina Orlopp als auch Aufsichtsratschef Jens Weidmann ihre Ämter verlieren.

Die Commerzbank treibt parallel ihre eigenständige Strategie voran. Das Management hatte vor rund zwei Wochen ein Aktienrückkaufprogramm gestartet, um den Unternehmenswert aus eigener Kraft zu steigern. Mit den heutigen Mahnungen aus der Chefetage wächst der Druck auf die Verhandlungspartner, bald tragfähige Leitplanken für die Zukunft des Instituts zu vereinbaren.

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