Commerzbank Aktie: Orlopp setzt auf Ablehnung bis 3. Juli
Commerzbank-Chefin Orlopp ruft Aktionäre zur Ablehnung des UniCredit-Angebots auf. Bislang nur geringe Annahmequote.

- Orlopp appelliert an Aktionäre
- Nur geringe Annahmequote bisher
- Bundesregierung hält an Anteilen fest
- Aktie nahe am Jahreshoch
Kurz vor dem Ende der Übernahmefrist erhöht die Commerzbank den Druck. Vorstandschefin Bettina Orlopp wandte sich am 26. Juni 2026 erneut an die Aktionäre — mit einer klaren Botschaft: Das Angebot der UniCredit ablehnen.
Kaum Zuspruch für UniCredit
Die reguläre Annahmefrist endete am 16. Juni 2026. Seitdem läuft die weitere Frist, die am 3. Juli 2026 ausläuft. Das finale Ergebnis will UniCredit am 8. Juli 2026 veröffentlichen.
Das Annahmeverhalten spricht bislang gegen UniCredit. Mehr als 500.000 Privatanleger sowie mehrere hundert institutionelle Investoren haben bis zum Fristende lediglich etwas mehr als 1 Prozent ihrer Aktien angedient. UniCredit vermeldete zwar eine Annahmequote von 12,51 Prozent — die Commerzbank wertet das jedoch als kein Zeichen breiter Unterstützung. Nach ihrer Darstellung stammten die andienenden Parteien überwiegend aus dem Umfeld von Banken, die mit UniCredit in Verbindung stehen.
Hinzu kommt die Bundesregierung. Als zweitgrößter Aktionär hat sie öffentlich bekräftigt, ihren Anteil nicht zu übertragen. Begründung: weder der Preis noch das Vorgehen seien angemessen. Eine Angebotsänderung ist laut Commerzbank nicht mehr möglich.
Kurs nahe am Jahreshoch
Die Aktie schloss am Freitag bei 37,68 Euro — nur rund 3 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro vom 19. Juni 2026. Der RSI liegt bei 57,1 und signalisiert keine überhitzte Lage.
Auf Jahressicht hat die Aktie rund 39 Prozent zugelegt. Das zeigt, wie stark das Übernahmegeschehen den Kurs geprägt hat.
Zwei Termine prägen den Sommer
Nach dem 3. Juli folgt operativer Alltag. Am 6. August 2026 legt die Commerzbank ihre Zahlen zum zweiten Quartal vor. Das Q3-Ergebnis folgt am 5. November 2026.
Die Bank begründet ihre ablehnende Haltung mit der eigenen Strategie „Momentum 2030″ und verweist darauf, 2026 erfolgreich gestartet zu sein. Ob das reicht, um Aktionäre dauerhaft zu überzeugen, wird die Quartalssaison zeigen — spätestens dann, wenn das Übernahmethema vom Tisch ist.
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