Commerzbank Aktie: Orlopp und Orcel starten Gespräche
Commerzbank und UniCredit haben formelle Verhandlungen über eine mögliche Übernahme aufgenommen. Trotz Rekordgewinnen bleibt die Aktionärsbasis skeptisch.

- Erste formelle Gespräche zwischen Orlopp und Orcel
- UniCredit kontrolliert über 47 Prozent der Stimmrechte
- Commerzbank meldet Rekordnettogewinn von 1,81 Milliarden Euro
- Aktie nähert sich dem 52-Wochen-Hoch
Die Übernahmegespräche zwischen Commerzbank und UniCredit sind in eine neue Phase getreten. Am Freitag trafen sich Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp und UniCredit-Chef Andrea Orcel zu ersten formellen Gesprächen über einen möglichen Kontrollwechsel. Wie Bloomberg berichtet, ging es dabei um bilanzielle, rechtliche und risikobezogene Fragen im Zusammenhang mit der erwarteten regulatorischen Konsolidierung durch die EZB.
Der Termin markiert einen Tonwechsel gegenüber den vergangenen Monaten. Bereits Ende Juli hatte Orlopp bestätigt, dass Commerzbank und UniCredit „in den kommenden Wochen und Monaten Gespräche aufnehmen werden, um Schritt für Schritt zu klären, wie es weitergeht“.
Wenige Tage später wurde Orlopp noch deutlicher und erklärte laut Bloomberg, es sei „unsere Aufgabe, gemeinsam mit UniCredit herauszufinden, wie wir Wert schaffen können“. Von offener Ablehnung, wie sie das Management noch vor Monaten formulierte, ist nichts mehr zu hören.
Aktionäre bleiben zurückhaltend, UniCredit hält knapp die Hälfte
Trotz der neuen Gesprächsbereitschaft an der Spitze zeigte sich die Aktionärsbasis skeptisch. Beim Übernahmeangebot dienten bis Anfang Juli nur 17,6 Prozent der Commerzbank-Aktien an – lediglich 2,7 Prozent stammten von institutionellen und privaten Anlegern, das Angebot fand also kaum Rückhalt außerhalb bereits bestehender Positionen.
Über direkte Beteiligung und Kaufoptionen kommt UniCredit dennoch auf einen Zugriff von mehr als 47 Prozent der Stimmrechte, der direkte Anteil liegt bei rund 44 Prozent.
Der Übergang der Kontrolle steht weiterhin unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen, die EZB hatte den Antrag zuvor bereits passieren lassen. Auch die Bundesregierung hatte ihre Haltung im Sommer verändert: Statt eine Übernahme zu blockieren, arbeitet Berlin seither an Bedingungen für mögliche Verhandlungen.
Rekordzahlen stärken Commerzbanks Verhandlungsposition
Die operative Entwicklung liefert Orlopp Argumente für die Gespräche. Vor rund zwei Wochen hatte die Commerzbank für das erste Halbjahr einen Rekordnettogewinn von 1,81 Milliarden Euro vorgelegt, ein Plus von knapp 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Eigenkapitalrendite auf Sachkapital kletterte auf 12,6 Prozent, die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 53 Prozent inklusive Pflichtbeiträgen.
Das Management hob die Gewinnprognose für 2026 auf mindestens 3,4 Milliarden Euro an und plant eine Kapitalrückgabe von rund 3,2 Milliarden Euro über Dividenden und ein genehmigtes Aktienrückkaufprogramm von 1,2 Milliarden Euro. Die Kernkapitalquote blieb mit 14,4 Prozent stabil.
Seit der Zahlenvorlage hat die Aktie um 3,4 Prozent zugelegt, seit dem Bekanntwerden der UniCredit-Ambitionen vor gut drei Wochen sogar um 9,7 Prozent. Am Freitag schloss das Papier bei 39,85 Euro, nur 0,6 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 40,11 Euro.
Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 35,24 Euro beträgt 13 Prozent – ein Zeichen dafür, wie stark sich der Kurs im laufenden Übernahmepoker von seinem langfristigen Trend gelöst hat.
Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob sich Orlopp und Orcel auf Konditionen einigen, die auch die zurückhaltende Aktionärsbasis überzeugen. Die jüngsten Gespräche deuten darauf hin, dass beide Seiten inzwischen an einer geordneten Lösung statt an einer feindlichen Konfrontation arbeiten.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 16. August liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




