Commerzbank Aktie: Orlopp warnt vor Eskalation

Commerzbank-Chefin Orlopp fordert im Konflikt mit UniCredit eine gemeinsame Strategie, während Sparpläne und der Bund die Gespräche prägen.

Die Kernpunkte:
  • UniCredit kontrolliert fast 50 Prozent
  • Orlopp lehnt feindliche Lösung ab
  • Sparpläne verschärfen den Bankenkonflikt
  • Bund lädt Orcel nach Berlin

Deutliche Worte von der Commerzbank-Chefin: Bettina Orlopp hat UniCredit beim „Handelsblatt-Bankengipfel“ in Frankfurt zur Mäßigung aufgerufen. „Wir sollten es jetzt tunlichst nicht vermasseln“, sagte sie unmissverständlich – ein Satz, der die Nervosität hinter den Kulissen erahnen lässt.

Der italienische Großaktionär hat sich mittlerweile Zugriff auf fast 50 Prozent der Commerzbank-Anteile gesichert. Damit habe der Frankfurter Konzern „de facto einen Kontrollaktionär“, räumte Orlopp ein. Feindlich werde eine Lösung nicht funktionieren, machte sie deutlich – stattdessen brauche es eine „gemeinschaftliche, konstruktive“ Strategie, die für beide Seiten wertmaximierend sei.

Sparpläne sorgen für Reibung

Der Kern des Konflikts: UniCredit-Chef Andrea Orcel sieht bei der Commerzbank Potenzial für milliardenschwere Einsparungen, inklusive des Abbaus tausender Stellen. Er will zudem das Auslandsnetz der Bank beschneiden – ein Vorhaben, das das Commerzbank-Management ablehnt. Orcel hatte laut Orlopps Andeutungen bereits indirekt mit der Absetzung des Vorstands gedroht, sollte er sich mit seinen Vorstellungen nicht durchsetzen können.

Auf die Frage nach ihrer eigenen Zukunft verwies Orlopp auf ihren Vertrag bis 2029. Der ergebe aber nur Sinn, wenn es „eine Vertrauensbasis zwischen Aufsichtsrat und Vorstand“ gebe und man sich über die Strategie einig sei. Andernfalls, so ihre unverblümte Einschätzung, „muss man daraus die Konsequenzen ziehen“.

Der Bund als stiller Mitspieler

Ein Wort mitzureden hat auch der deutsche Staat. Mit seinen verbliebenen gut zwölf Prozent Anteil – Relikt der Finanzkrise 2008/2009 – bleibt der Bund ein relevanter Akteur im Machtgefüge um die Bank. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat Orcel für den 14. September zu einem Gespräch nach Berlin eingeladen.

Orlopp betonte, Unsicherheit für die Kunden gelte es zu minimieren, schließlich „freut Unsicherheit unsere Wettbewerber“. Die Commerzbank-Aktie notierte im XETRA-Handel zuletzt 0,25 Prozent höher bei 40,10 Euro – ein Kurs, der von den harten Verhandlungen im Hintergrund bislang wenig beeindruckt wirkt.

Bis zum Berlin-Termin am 14. September dürfte der Ton zwischen Frankfurt und Mailand entscheidend bleiben. Orlopps öffentliche Mahnung zeigt: Der Spielraum für Kompromisse wird enger, während beide Seiten öffentlich um Deutungshoheit ringen.

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