Commerzbank Aktie: Privatkunden schieben den Gewinn kräftig an
Nach neun Monaten erreicht der Gewinn 2,7 Milliarden Euro; UniCredit benötigt für eine höhere Beteiligung noch weitere regulatorische Freigaben.

- Quartalsüberschuss steigt um 45 Prozent
- Neunmonatsergebnis erreicht 2,7 Milliarden Euro
- Gewinnziel für 2026 bleibt unverändert
- Weitere Freigaben für UniCredit stehen aus
Die Commerzbank hat die Erwartungen im dritten Quartal übertroffen. Der Konzern meldet das beste Neunmonatsergebnis seiner Geschichte. Im Schatten der Zahlen läuft die Übernahme durch UniCredit weiter.
Gewinn übertrifft die Erwartungen
Das Nettoergebnis stieg im dritten Quartal um 45 Prozent auf 859 Millionen Euro. Analysten hatten mit rund 864 Millionen Euro gerechnet, das Ergebnis liegt also auf Erwartungsniveau. Nach neun Monaten steht ein Rekord von 2,7 Milliarden Euro in den Büchern, ein Plus von 41 Prozent. Dabei hilft auch ein Basiseffekt: Im Vorjahr belasteten Restrukturierungsaufwendungen das Ergebnis.
Das operative Ergebnis legte im Quartal um 25 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zu. Die Erträge wuchsen um 9 Prozent, die Kosten blieben stabil. Treiber war vor allem der Provisionsüberschuss, den das starke Wertpapiergeschäft mit Privatkunden um 9 Prozent anschob. Der Zinsüberschuss stieg nur leicht.
Besonders kräftig wuchs das Segment Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland. Sein operatives Ergebnis stieg im Quartal um 77 Prozent auf 485 Millionen Euro. Das neue Preismodell für das Girokonto und höhere Kreditkartenerträge trugen dazu bei. Die polnische Tochter mBank verbesserte ihr operatives Ergebnis um 25 Prozent. Die Firmenkunden wuchsen dagegen nur moderat.
Prognose mit kleinen Anpassungen
Das Gewinnziel für 2026 von mindestens 3,4 Milliarden Euro bleibt bestehen. Beim Zinsüberschuss senkt die Bank ihre Erwartung leicht auf rund 8,5 Milliarden Euro. Sie begründet das mit dem schärferen Wettbewerb um Einlagen. Dafür hebt sie den Beitrag aus Fair-Value-Ergebnis und sonstigen Erträgen auf rund 0,4 Milliarden Euro an.
Die harte Kernkapitalquote lag Ende September bei 14,2 Prozent. Der laufende Aktienrückkauf über bis zu 1,2 Milliarden Euro ist nach Angaben der Bank zu rund 70 Prozent abgeschlossen. Für 2026 strebt sie insgesamt eine Kapitalrückgabe von rund 3,2 Milliarden Euro an.
UniCredit bestimmt die Perspektive
Die Zahlen sind stark, die Richtung aber liegt zunehmend in anderen Händen. Die EZB hat UniCredit am 15. Oktober erlaubt, ihre Beteiligung über die bisherige Schwelle hinaus aufzustocken. Es fehlen noch weitere regulatorische Freigaben. Die Commerzbank rechnet im vierten Quartal oder spätestens Anfang 2027 damit.
UniCredit-Chef Andrea Orcel hat nie verhehlt, dass er die Führungsspitze neu besetzen will. Marktteilnehmer spekulieren über eine außerordentliche Hauptversammlung Ende Januar oder Anfang Februar 2027. Konzernchefin Bettina Orlopp betont, man wolle gemeinsam mit dem Großaktionär Wert schaffen.
Die Aktie ging mit Rückenwind in den Tag. Auf Lang & Schwarz legte sie am Vorabend rund 3 Prozent zu, auf Wochensicht liegt das Plus bei über 6 Prozent. Die Analysten-Kursziele bewegen sich laut jüngster Erhebung zwischen 39 und 42 Euro. Die Mehrheit rät zum Halten.
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