Commerzbank Aktie: Prognose auf 3,4 Milliarden angehoben
Commerzbank hebt nach starkem Quartal die Jahresprognose an, während das UniCredit-Tauschangebot kaum angenommen wird.

- Operativer Gewinn steigt auf 1,4 Milliarden
- Jahresprognose auf 3,4 Milliarden Euro angehoben
- UniCredit-Übernahmeangebot kaum angenommen
- Dividende von 1,10 Euro beschlossen
Ein Rekordquartal, eine angehobene Jahresprognose — und ein Übernahmeangebot, das kaum jemand annehmen will. Bei der Commerzbank laufen operative Stärke und strategische Unsicherheit gerade parallel.
Starkes Quartal, höheres Jahresziel
Im ersten Quartal 2026 steigerte die Commerzbank ihren operativen Gewinn um 11 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Der Nettogewinn kletterte auf 913 Millionen Euro — ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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Das reichte dem Vorstand, um die Jahresprognose anzuheben. Das Nettoergebnis soll 2026 nun mindestens 3,4 Milliarden Euro erreichen. Die Aktie notierte am Freitag bei 36,91 Euro und liegt damit knapp 10 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt — der Aufwärtstrend ist intakt, auch wenn der RSI von 72,5 eine kurzfristige Überhitzung signalisiert.
Dividende beschlossen, Ex-Chef bestraft
Die Hauptversammlung stimmte der Dividende von 1,10 Euro je Aktie zu — mit 99,88 Prozent eine nahezu einstimmige Entscheidung.
Intern gab es weniger Harmonie. Die Vergütung des früheren Vorstandsvorsitzenden Manfred Knof wurde um 30 Prozent gekürzt. Er hatte sich nicht gemeldete Gespräche mit UniCredit-Chef Andrea Orcel geleistet — ein Verstoß gegen Compliance-Regeln, den das Unternehmen nicht folgenlos ließ.
UniCredit wartet weiter
Das eigentlich beherrschende Thema bleibt die Beteiligung von UniCredit. Die Italiener halten inzwischen 38,87 Prozent an der Commerzbank — davon 26,77 Prozent direkt und 12,10 Prozent über Swaps. Ihr Tauschangebot von 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Papier zieht bislang kaum jemanden an. Lediglich 1,1 Prozent der freien Aktionäre haben die Offerte angenommen.
Die Annahmefrist läuft nun bis zum 3. Juli 2026. Barclays hält die Aktie weiterhin für kaufenswert und sieht ein Kursziel von 42 Euro — rund 14 Prozent über dem aktuellen Kurs. Ob UniCredit bis dahin mehr Zustimmung gewinnt, hängt auch davon ab, wie sich die Zinsen im Euroraum entwickeln: Sie bestimmen maßgeblich, wie viel die Commerzbank künftig verdient — und damit, wie attraktiv der Tausch wirklich ist.
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