Commerzbank Aktie: Q2-Gewinn verdoppelt auf 898 Millionen

Durch die Einziehung eigener Aktien wächst UniCredits Anteil an der Commerzbank auf 49,65 Prozent. Die EZB signalisiert Zustimmung zur Übernahme, während das operative Geschäft stark wächst.

Die Kernpunkte:
  • UniCredit-Anteil steigt auf 49,65 Prozent
  • EZB zeigt sich geneigt zur Genehmigung
  • Nettogewinn im Q2 fast verdoppelt
  • Aktienrückkauf bis 1,2 Milliarden Euro

Die Commerzbank hat ihre letzten zurückgekauften Aktien eingezogen. Durch diesen Schritt erhält UniCredit automatisch Zugriff auf bis zu 49,65 Prozent der Anteile, statt der zuvor gehaltenen 47,59 Prozent. Davon entfallen 46,29 Prozent auf direkten Besitz, weitere 3,36 Prozent hält die italienische Bank über Kaufoptionen, wie die Börsen-Zeitung berichtete.

Der technische Vorgang mag unspektakulär klingen, verschiebt aber die Machtverhältnisse spürbar. Ohne eigenes Zutun wächst UniCredits relativer Anteil, weil sich die Zahl der insgesamt ausstehenden Commerzbank-Aktien verringert.

Für Aufsichtsratschef Jens Weidmann ist genau das der Kern seiner Kritik: Er hatte bereits Mitte August gefordert, das deutsche Übernahmerecht zu überprüfen, weil UniCredit aus seiner Sicht mit einem finanziell unattraktiven Angebot eine Mehrheit erreicht habe, ohne eine angemessene Kontrollprämie zu zahlen.

Gespräche laufen, Aufsicht zeigt sich aufgeschlossen

Trotz der scharfen Töne ist die Kommunikationslinie zwischen beiden Häusern nicht abgerissen. Ende Juli hatte Weidmann Bereitschaft zu einem konstruktiven Dialog signalisiert, im August folgten erste formale Gespräche zwischen UniCredit-Chef Andrea Orcel und Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. Im Mittelpunkt standen die Konsequenzen des Kontrollwechsels für beide Institute.

Auf Aufsichtsseite zeichnet sich unterdessen Entgegenkommen ab. Einem internen Dokument des Supervisory Board zufolge, über das Bloomberg berichtete, neigt die EZB dazu, die Übernahme durch UniCredit zu genehmigen.

Die BaFin hatte den Antrag bereits zuvor als vollständig eingestuft und an die EZB weitergeleitet, die innerhalb von 60 Arbeitstagen entscheiden muss. Marktbeobachter rechnen mit einem Kontrollwechsel im Herbst 2026 oder Anfang Dezember, Orcel selbst hatte eine aufsichtsrechtliche Genehmigung möglicherweise im vierten Quartal 2026 in Aussicht gestellt.

Operatives Geschäft liefert Rückenwind

Während sich der Übernahmeprozess weiter zieht, liefert das operative Geschäft der Commerzbank Argumente für Geduld. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Nettogewinn um 94 Prozent auf 898 Millionen Euro, nach rund 464 Millionen Euro im Vorjahresquartal – nahezu eine Verdopplung. Das Management bestätigte zugleich die Jahresprognose von mindestens 3,4 Milliarden Euro Nettogewinn für 2026, nach 2,6 Milliarden Euro im Vorjahr.

Ergänzend kündigte die Bank einen Aktienrückkauf von bis zu 1,2 Milliarden Euro an, die Dividendenrendite für 2026 wird auf 4,03 Prozent taxiert. Diese Kombination aus starker operativer Entwicklung und Kapitalrückführung dürfte mit erklären, warum der Kurs zuletzt Unterstützung fand: Am Montag schloss die Aktie bei 39,51 Euro, ein Plus von 1,2 Prozent, und liegt damit nur noch 1,5 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 40,11 Euro.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Ein politisch und regulatorisch heikler Übernahmeprozess trifft auf ein Institut, das operativ derzeit deutlich besser läuft als im Vorjahr. Die Auflösung der letzten Rückkaufaktien zeigt, wie stark der schleichende Kontrollzuwachs UniCredits inzwischen fortgeschritten ist – unabhängig davon, wie die Debatte um das Übernahmerecht ausgeht.

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