Commerzbank Aktie: Quartalszahlen am 6. August entscheidend
Commerzbank-Chefin Orlopp sucht nun den Dialog mit UniCredit. Vor den Quartalszahlen am Donnerstag wächst die Hoffnung auf eine kooperative Lösung.

- Orlopp kündigt konstruktiven Dialog an
- UniCredit kontrolliert rund 47,6 Prozent
- Quartalszahlen am 6. August erwartet
- Aktie nahe Jahreshoch bei 37,73 Euro
Monatelang hat sich die Commerzbank gegen UniCredit gestemmt. Jetzt schwenkt die Führung um. Am Wochenende wurde bekannt: Vorstandschefin Bettina Orlopp sucht nun den Dialog mit dem italienischen Großaktionär statt der Konfrontation. Der Zeitpunkt ist kein Zufall — am Donnerstag legt die Bank ihre Quartalszahlen vor.
Orlopp setzt auf Gespräche statt Blockade
In einem am Sonntagabend bekannt gewordenen internen Interview kündigte Orlopp einen „konstruktiven Dialog“ mit UniCredit an. Die Bank will damit Schritt für Schritt eine mögliche Zusammenarbeit oder Integration sondieren. Der Kurswechsel kommt, nachdem UniCredit nach Abschluss seines Übernahmeangebots und durch Derivate faktisch rund 47,6 Prozent der Stimmrechte kontrolliert.
Aufsichtsratschef Jens Weidmann hat laut Berichten UniCredit-Chef Andrea Orcel bereits zu Verhandlungen eingeladen. Im Zentrum dürften Garantien für den Standort Frankfurt stehen. Ebenso wichtig: die Absicherung der rund 38.000 Vollzeitstellen im Konzern. Der Bund hält weiterhin 12 Prozent an der Commerzbank und bleibt damit ein wichtiger Machtfaktor.
Quartalszahlen als Verhandlungspfand
Am Donnerstag, den 6. August, veröffentlicht die Commerzbank ihren Bericht für das zweite Quartal und das erste Halbjahr. Das Management hat seine Jahresprognose zuletzt auf mindestens 3,4 Milliarden Euro Nettoergebnis angehoben. Bestätigen die Zahlen dieses Ziel, stärkt das die Verhandlungsposition des Vorstands gegenüber UniCredit erheblich.
Analysten bewerten die operative Entwicklung derzeit als stabil. Sie fordern aber Klarheit über die künftige Zinsmarge und geplante Kapitalrückgaben. Ein starkes Ergebnis gilt als wichtigstes Argument der Führung, um bei einer möglichen Fusion gute Bedingungen für die Aktionäre durchzusetzen.
Aktie bleibt robust vor der Entscheidung
Der Kurs schloss am Freitag bei 37,73 Euro und liegt damit nur 3,70 Prozent unter seinem Jahreshoch von 39,18 Euro. Die Aktie hat die Unsicherheiten im Übernahmepoker bislang gut weggesteckt. Mit einem RSI von 52,2 zeigt der Titel derzeit keine klare Richtung — ein Zeichen abwartender Anleger vor den Zahlen.
Die kommende Woche entscheidet über zwei Fragen zugleich. Bestätigt die Commerzbank ihre operative Stärke, verhandelt sie aus einer Position der Stärke. Zeigen sich Schwächen bei Zinsmarge oder Kapitalrückgaben, dürfte die Integration mit UniCredit schneller Realität werden als geplant.
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