Commerzbank Aktie: Rückkauf trotz Übernahmepoker

Die Commerzbank plant bis zu 1,2 Milliarden Euro für Rückkäufe und erwartet operative Verbesserungen, während der Ausgang der Gespräche offen bleibt.

Die Kernpunkte:
  • Aktie nähert sich 15-Jahres-Hoch
  • Rückkauf über bis zu 1,2 Milliarden
  • Berlin fordert Einfluss bei möglichem Zusammenschluss
  • Drittes Quartal mit höherem Zinsüberschuss erwartet

Die Commerzbank fährt zweigleisig. Während in Berlin über die Zukunft der Bank verhandelt wird, dreht der Kurs bereits am 15-Jahres-Hoch – und das Institut selbst legt mit einem milliardenschweren Aktienrückkauf nach.

Am Mittwoch näherte sich die Aktie mit einem zwischenzeitlichen Plus von 2,1 Prozent auf 43,37 Euro dem Hoch aus dem August 2010. Ein weiterer Vorstoß in Richtung eines Mehrjahreshochs blieb vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank zunächst aus, Anleger nutzten das erhöhte Niveau zu Gewinnmitnahmen.

Der europäische Bankensektor insgesamt zeigte sich freundlich, nachdem Aussagen von JPMorgan im Rahmen einer Fachkonferenz die zuvor gedämpfte Stimmung aufhellten.

Verhandlungen um Standort und Einfluss

Die Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss mit UniCredit erreichen offenbar eine entscheidende Phase. Berlin stellt dabei Bedingungen zu Standort, Beschäftigung und Einfluss – ein Zeichen dafür, dass die Bundesregierung bei einem möglichen Deal mitreden will. Ob am Ende eine vollständige Übernahme, eine dauerhaft hohe Beteiligung oder ein eigenständiger Weg der Commerzbank steht, ist weiterhin offen.

Parallel zu den Verhandlungen setzt die Commerzbank eigene Akzente. Ein Aktienrückkauf von bis zu 1,2 Milliarden Euro soll die Position stärken, für 2026 strebt das Institut eine Kapitalrückgabe von rund 3,2 Milliarden Euro an. Solche Schritte lassen sich auch als Signal an Investoren lesen: Die Bank will unabhängig vom Ausgang der UniCredit-Gespräche Stärke demonstrieren.

Operativ liefert Vorstandschefin Bettina Orlopp positive Signale. Sie rechnet für das dritte Quartal mit einem höheren Zinsüberschuss, wachsenden Gebühreneinnahmen und stabilen Kosten. Die Ausschüttungspläne kommen bei Marktteilnehmern gut an, die Unsicherheit über den Ausgang der UniCredit-Situation bleibt aber ein Belastungsfaktor für die Bewertung.

Am Abend richtet sich der Blick zusätzlich auf die US-Notenbank. Eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte gilt als weitgehend eingepreist, was für den Bankensektor grundsätzlich als vorteilhaft gilt, da höhere Zinsen das Kreditgeschäft attraktiver machen. Für die Commerzbank bleibt der entscheidende Faktor aber die Entwicklung der Gespräche mit UniCredit und die Frage, welche Bedingungen Berlin am Ende durchsetzt.

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