Commerzbank Aktie: Rückkauf trotz UniCredit fortgesetzt
Die Commerzbank führt bis zu 1,2 Milliarden Euro an Aktionäre zurück, während UniCredits mögliche Übernahme und Analystenziele offenbleiben.

- Rückkaufvolumen von bis zu 1,2 Milliarden Euro
- Kapitalrückführung 2026 von rund 3,2 Milliarden
- UniCredit-Übernahme bleibt strategisch ungeklärt
- JPMorgan hebt Kursziel auf 39 Euro
Die Commerzbank treibt ihr Aktienrückkaufprogramm voran, während im Hintergrund die Übernahmespekulationen um UniCredit weiterschwelen. Die Bank hatte den Rückkauf über bis zu 1,2 Milliarden Euro Anfang vergangener Woche beschlossen und einen Tag später gestartet. Er läuft spätestens bis zum 10. Februar 2027, die erworbenen Aktien sollen anschließend eingezogen werden.
Das Programm ist Teil der für 2026 geplanten Kapitalrückführung von rund 3,2 Milliarden Euro. Die Bank stellt für das laufende Jahr einen Nettogewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro in Aussicht, verbunden mit einer Ausschüttungsquote von mindestens 50 Prozent.
Nach eigenen Angaben könnte die Commerzbank derzeit bis zu 108.084.709 eigene Aktien zurückkaufen. Bemerkenswert ist, dass der Rückkauf trotz des laufenden Übernahmeinteresses von UniCredit fortgesetzt wird – ein Signal, das Anleger als Zeichen für die eigenständige Kapitalstrategie der Bank werten dürften.
Übernahmefrage bleibt ungelöst
Parallel zur Kapitalrückführung hält die Debatte um eine mögliche Übernahme durch UniCredit an. Reuters berichtete, die politische Stimmung in Deutschland gegenüber einem solchen Deal habe sich zuletzt aufgehellt.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hatte zuvor bestätigt, direkte Gespräche mit UniCredit zu führen, und erklärt, ihre vollständige Amtszeit bis 2029 ergebe nur Sinn, wenn sie sich strategisch mit dem Aufsichtsrat abstimmen könne. Die Aussage unterstreicht, dass die Führung der Bank die Übernahmefrage als offenen strategischen Punkt behandelt, nicht als abgeschlossenes Kapitel.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Am Montag hatte JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein das Kursziel für die Commerzbank-Aktie von 38 auf 39 Euro angehoben und die Einstufung „Neutral“ bestätigt. Die Studie wurde erst am Dienstag breiter bekannt. Oddo BHF bestätigte bereits am Freitag vergangener Woche die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 45 Euro und verwies dabei ausdrücklich auf die voranschreitenden Überlegungen rund um UniCredit.
Die unterschiedlichen Kursziele spiegeln die Unsicherheit über den Ausgang der Übernahmefrage wider: Während JPMorgan vorsichtig bleibt, sieht Oddo BHF im möglichen Zusammenschluss zusätzliches Kurspotenzial.
Kursentwicklung bleibt robust
Die Aktie schloss am Mittwoch bei 41,96 Euro und büßte damit 1,3 Prozent ein. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 7,0 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 16 Prozent verteuert. Zum 52-Wochen-Hoch von 43,12 Euro, erreicht Anfang September, fehlen der Aktie derzeit noch 2,7 Prozent.
Die Kombination aus laufendem Rückkauf, robusten Gewinnaussichten und der ungeklärten UniCredit-Frage dürfte die Aktie in den kommenden Wochen volatil halten. Anleger sollten beide Faktoren – Kapitalrückführung und Übernahmespekulation – als eigenständige, aber miteinander verwobene Treiber im Blick behalten.
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