Commerzbank Aktie: S&P kappt Ausblick

S&P Global Ratings senkt den Bonitätsausblick der Commerzbank von positiv auf stabil. Grund ist die bevorstehende Mehrheitsübernahme durch UniCredit.

Die Kernpunkte:
  • S&P senkt Bonitätsausblick auf stabil
  • UniCredit hält über 47 Prozent Anteile
  • JPMorgan bestätigt Neutral-Rating mit 37 Euro
  • Aktie notiert unter 52-Wochen-Hoch

S&P Global Ratings hat den Bonitätsausblick der Commerzbank gesenkt. Grund ist die absehbare Übernahme durch UniCredit. Das Rating selbst bleibt bestätigt, doch der Ausblick sinkt von positiv auf stabil.

Warum S&P den Ausblick kappt

Die Ratingagentur begründet ihren Schritt mit dem wahrscheinlichen Szenario einer Mehrheitsbeteiligung durch UniCredit. S&P erwartet, dass die Commerzbank ihre solide Bonität in den kommenden zwei Jahren zwar hält. Bei einer Integration in den italienischen Konzern verliert das Institut aber seine eigenständigen Risikopuffer.

Die Mailänder Bank hat sich bereits mehr als 47 Prozent der Commerzbank-Anteile gesichert. Der Beteiligungsaufbau schreitet damit stetig voran. Genau das treibt die Neubewertung durch S&P.

Analysten bleiben zurückhaltend

JPMorgan hat seine Einstufung vor den anstehenden Quartalszahlen bekräftigt. Die Bank belässt Commerzbank auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 37 Euro. Analyst Kian Abouhossein aktualisierte sein Bewertungsmodell, die Prognosen für den bereinigten Gewinn je Aktie bis 2028 änderten sich dabei nur geringfügig.

Das Kursziel liegt damit knapp über dem aktuellen Kursniveau. Für echte Kursfantasie reicht das nicht.

Das Management zeigt sich operativ dennoch selbstbewusst. Erst kürzlich hob die Commerzbank ihr Gewinnziel für 2026 auf mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Bis 2028 soll die Ausschüttungsquote über Dividenden und Rückkäufe auf nahezu 100 Prozent des Gewinns steigen. Ob diese operativen Ziele die Übernahmefantasie fundamental stützen, beurteilen Research-Häuser unterschiedlich.

Kurs unter Druck

Die Aktie notiert bei 36,57 Euro und liegt damit rund 6,7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 39,18 Euro vom 14. Juli. Auf Wochensicht verlor der Titel knapp 4,9 Prozent. Die annualisierte Volatilität von fast 24 Prozent zeigt: Die Schwankungsbreite bleibt angesichts der offenen Übernahmesituation hoch.

Mit der Ausblicksenkung rückt neben der aktionärsrechtlichen Debatte um das UniCredit-Angebot nun auch die Kreditwürdigkeit der Commerzbank in den Fokus. Wie sich eine mögliche Integration langfristig auf die eigenständige Risikotragfähigkeit des Frankfurter Instituts auswirkt, bleibt der entscheidende Punkt für die weitere Bonitätsbewertung.

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