Commerzbank Aktie: S&P senkt Ausblick auf stabil

Bundesregierung signalisiert Gesprächsbereitschaft mit UniCredit zur Commerzbank-Integration. S&P senkt Ausblick, Bank hebt Gewinnziel an.

Die Kernpunkte:
  • Berlin stellt Bedingungen für Verhandlungen
  • UniCredit-Anteil steigt auf 44,37 Prozent
  • S&P senkt Ausblick auf stabil
  • Commerzbank peilt 3,4 Milliarden Euro Nettogewinn an

Die Bundesregierung ändert ihren Kurs. Statt einer Übernahme durch UniCredit pauschal abzulehnen, bereitet Berlin nun offenbar konkrete Bedingungen für Gespräche vor. Das ist eine Kehrtwende – und der Markt reagiert prompt mit Verkäufen.

Berlin bereitet Verhandlungen vor

Die Bundesregierung stellt sich zunehmend auf eine Integration der Commerzbank in den UniCredit-Konzern ein. Statt weiterhin auf Ablehnung zu setzen, will Berlin Bedingungen für mögliche Gespräche festlegen.

Drei Punkte stehen dabei im Zentrum: Die Commerzbank soll ihre Rolle als Finanzierer des deutschen Mittelstands behalten. Der Standort Frankfurt soll erhalten bleiben. Zudem fordert Berlin eine eigenständige Börsennotierung der Bank. Einen Termin für offizielle Gespräche zwischen Regierung und UniCredit gibt es noch nicht.

UniCredit hat seine Position längst ausgebaut. Nach Ablauf einer Annahmefrist Anfang Juli wurden weitere 17,6 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient. Zusammen mit den bereits gehaltenen Anteilen kommt UniCredit damit auf einen rechnerischen Gesamtanteil von 44,37 Prozent. Kaufoptionen für weitere Aktien könnten diesen Anteil auf bis zu 47,59 Prozent steigern.

Die Commerzbank selbst zeigt sich offen für Gespräche. Das Institut betont aber, dass jede Lösung Unternehmensführung, Arbeitnehmervertreter und die Bundesregierung einbinden müsse.

S&P wird vorsichtiger, Bank hebt Gewinnziel an

Die politische Kehrtwende bleibt nicht ohne Folgen für die Bonitätseinschätzung. S&P Global Ratings senkt den Ausblick für die Commerzbank von „positiv“ auf „stabil“. Die Agentur begründet den Schritt mit den Risiken einer möglichen Integration in den UniCredit-Konzern. S&P rechnet damit, dass UniCredit innerhalb der nächsten zwei Jahre die Kontrolle über die Commerzbank übernimmt.

Operativ läuft es für die Bank derweil gut. Die Commerzbank erhöht ihr Gewinnziel für 2026 und peilt nun einen Nettogewinn von 3,4 Milliarden Euro an. Die Zahlen zum zweiten Quartal will das Institut am 6. August veröffentlichen.

Kurs gibt deutlich nach

Der Markt quittiert die Nachrichtenlage mit Verkäufen. Am Freitag schloss die Aktie bei 36,66 Euro, ein Minus von 3,25 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht verlor das Papier sogar 5,03 Prozent.

Der Rückgang wirkt auf den ersten Blick dramatisch. Die Aktie bleibt aber nur gut sechs Prozent unter ihrem erst am 14. Juli erreichten 52-Wochen-Hoch von 39,18 Euro. Die kurzfristige Schwäche ändert wenig an der grundsätzlichen Ausgangslage: Solange Berlin und UniCredit keinen Verhandlungstermin fixieren, bleibt die Aktie ein Spiegelbild politischer Unsicherheit – nicht operativer Probleme.

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