Commerzbank Aktie: S&P senkt Ausblick
S&P senkt den Ausblick für die Commerzbank von positiv auf stabil, begründet mit der drohenden Übernahme durch UniCredit.

- Rating bestätigt, Ausblick gesenkt
- UniCredit-Anteil als Hauptgrund
- Risiko einer Herabstufung bei Integration
- Aktie zeigt sich unbeeindruckt
Die Commerzbank behält ihr Rating. Trotzdem sinkt der Ausblick. Grund ist nicht die Bilanz der Bank, sondern die drohende Übernahme durch UniCredit.
Rating bleibt bei A, Ausblick sinkt
S&P bestätigt das Langfristrating der Commerzbank mit A. Auch das Kurzfristrating bleibt bei A-1. Nur der Ausblick sinkt, von positiv auf stabil. S&P begründet den Schritt direkt mit der möglichen Mehrheitsübernahme durch UniCredit.
„Der stabile Ausblick spiegelt unsere Erwartung wider“, teilt die Agentur mit. Unter einer Mehrheitskontrolle durch UniCredit werde die Commerzbank ihre solide Bonität in den nächsten zwei Jahren halten.
Bemerkenswert ist der Blick auf die Gegenseite. S&P bestätigt den Ausblick für UniCredit mit positiv. Aktuell liegt die italienische Bank im Rating noch eine Stufe unter der Commerzbank, ihre Noten stehen bei A- und A-2. Das könnte sich nach einer Integration der Commerzbank-Geschäfte ändern. S&P sieht dann Spielraum für eine Anhebung auf bis zu zwei Stufen über dem italienischen Länderrating.
Risiko einer Herabstufung bei Integration
Für die Commerzbank selbst birgt eine Integration auch Risiken. Verliert die Bank ihre eigenständigen Risikopuffer, drohen Folgen. S&P hält in diesem Fall sogar eine Herabstufung für möglich. Das gilt vor allem, wenn UniCredit die eigene Bonitätsnote nicht gleichzeitig verbessert.
Auslöser der Neubewertung ist der veränderte Stand im Übernahmepoker. UniCredit hat ihren Anteil zuletzt auf mehr als 47 Prozent ausgebaut. Für S&P ist das ein starkes Indiz für einen nahenden Kontrollwechsel. Regulatorische Hürden muss der Deal allerdings noch nehmen.
Kursreaktion bleibt aus
Die Commerzbank-Aktie zeigt sich von der Nachricht unbeeindruckt. Sie schloss am Donnerstag bei 37,82 Euro. Binnen zwölf Monaten hat sie damit rund 33,31 Prozent gewonnen. Zum 52-Wochen-Hoch von Mitte Juli fehlen ihr nur noch rund 3,47 Prozent.
Marktbeobachter werten den gesenkten Ausblick als Randnotiz für die Aktie. Die Einschätzung zum Papier bleibt unverändert. Ebenso unverändert bleibt die Hoffnung vieler Anleger auf ein nachgebessertes Übernahmeangebot von UniCredit.
Einordnung
Die S&P-Entscheidung sendet vor allem ein Signal an den Markt. Ratingagenturen gehen inzwischen mehrheitlich davon aus, dass der von UniCredit vorangetriebene Kontrollwechsel Realität wird. Für die Bonitätsstruktur der Commerzbank hat das schon jetzt Konsequenzen, lange bevor der Deal formal besiegelt ist.
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