Commerzbank Aktie: Staatsanwaltschaft prüft Marktmanipulation
Ermittlungen wegen möglicher Marktmanipulation im Übernahmepoker mit UniCredit belasten die Commerzbank-Aktie kaum.

- Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt
- UniCredit weist Vorwürfe zurück
- Commerzbank meldet ungewöhnliches Andienungsverhalten
- Aktie notiert nahe Jahreshoch
Der Übernahmestreit zwischen der Commerzbank und UniCredit erreicht die nächste Eskalationsstufe. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt prüft einen möglichen Fall von Marktmanipulation. Das bringt kurz nach dem Ende der ersten Annahmefrist neue juristische Brisanz in das Verfahren.
Vorwürfe auf dem Prüfstand
Aktuell laufen Vorermittlungen. Das belegt noch kein Fehlverhalten. UniCredit weist Vorwürfe rund um die Wertpapierleihe strikt zurück. Die italienische Bank betont die korrekte Offenlegung ihrer Beteiligungen. Sie hat den Sachverhalt selbst der Finanzaufsicht BaFin vorgelegt.
Die Commerzbank sieht das anders. Sie meldete ein ungewöhnliches Andienungsverhalten an die Behörde. Laut der Bank reichten fast keine Privatanleger ihre Aktien ein. Auch institutionelle Investoren fehlten in den Daten. Die Bank übermittelt der Aufsicht nun fortlaufend neue Erkenntnisse.
UniCredit baut Position aus
Während die Juristen prüfen, lief am Dienstag die erste Angebotsphase aus. UniCredit meldete einen deutlichen Zuwachs. Investoren dienten gut zwölf Prozent des Commerzbank-Kapitals an.
Zusammen mit bestehenden Anteilen und Derivaten wächst die Macht der Italiener. Sie kontrollieren nun rechnerisch über 42 Prozent der Anteile.
Aktie trotzt der Unruhe
Am Markt zeigt sich von der juristischen Unruhe wenig. Im Gegenteil. Die Commerzbank Aktie schloss am Mittwoch bei 37,84 Euro. Damit kratzt das Papier eng an seinem Jahreshoch von 38,25 Euro.
Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein sattes Plus von 34,52 Prozent auf der Kurstafel. Der Aufwärtstrend bleibt intakt. Der Kurs notiert komfortabel über seinem 200-Tage-Durchschnitt.
Nächste Frist startet
Der Übernahmepoker geht nun in die Verlängerung. Am 19. Juni veröffentlicht UniCredit das vorläufige Ergebnis der ersten Phase. Einen Tag später startet eine zusätzliche Annahmefrist.
Diese zweite Runde läuft bis zum 3. Juli. Bis dahin bleiben die Angebotskonditionen unverändert. Der finale Ausgang der Übernahme hängt nun maßgeblich von den Erkenntnissen der Ermittler ab.
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