Commerzbank Aktie: Strafanzeige gegen UniCredit wegen Marktmanipulation

Im Übernahmekampf um die Commerzbank erstattet der Betriebsrat Strafanzeige gegen die UniCredit. Der Vorwurf: Marktmanipulation und Anleger-Täuschung.

Die Kernpunkte:
  • Strafanzeige wegen Marktmanipulation
  • Zweifel an angedienten Aktien
  • Wertpapierleihe stark angestiegen
  • Eigenständigkeitsstrategie Momentum 2030

Der Übernahmestreit um die Commerzbank eskaliert. Der Gesamtbetriebsrat hat Strafanzeige gegen die UniCredit erstattet — wegen des Verdachts auf Marktmanipulation und gezielte Irreführung von Anlegern.

Auslöser ist die Meldung der UniCredit, wonach im Rahmen der ersten Annahmefrist rund 12,5 Prozent der Aktien angedient wurden. Die Commerzbank zweifelt an dieser Zahl. Interne Analysen ergaben keine substanziellen Andienungen durch unabhängige institutionelle Investoren. Das Management vermutet, dass ein Großteil der Papiere aus dem Umfeld der Bieterin selbst stammt.

Leihmarkt als Störfaktor

Besonders brisant: Das Volumen der Wertpapierleihe in Commerzbank-Aktien ist seit Veröffentlichung des Angebots um mehr als das Zehnfache gestiegen. Die Bankführung warnt, das verzeichne die wahren Kräfteverhältnisse unter den Aktionären. Die Commerzbank liefert der BaFin laufend Daten zur Aktionärsstruktur. Ziel ist eine transparente Bewertung der tatsächlichen Mehrheitsverhältnisse.

Eigenstrategie als Gegenangebot

Parallel zur juristischen Gegenwehr treibt die Commerzbank ihr Strategieprogramm „Momentum 2030″ voran. Das Ziel: den Marktwert durch organisches Wachstum und Investitionen in Künstliche Intelligenz so weit steigern, dass die Unabhängigkeit für Aktionäre attraktiver bleibt als ein Tausch in UniCredit-Papiere. Im Fokus stehen der Ausbau von comdirect und der polnischen mBank.

UniCredit wirbt dagegen mit Synergien von jährlich 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro aus einem möglichen Zusammenschluss. Das Management der Commerzbank und der Bund als zweitgrößter Anteilseigner empfehlen, das Angebot abzulehnen — es enthalte keine angemessene Prämie auf den inneren Wert der Bank.

Aktie trotzdem stabil

An den Märkten hinterlässt der Streit bislang kaum Spuren. Die Aktie schloss zuletzt bei 37,40 Euro und liegt damit nur knapp 3,7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro. Auf Jahressicht steht ein Plus von rund 37,5 Prozent.

Die entscheidenden Daten rücken nun näher. Am 3. Juli 2026 endet die zusätzliche Annahmefrist. Das abschließende Ergebnis der Annahmequote erwartet der Markt für den 8. Juli — sofern keine weiteren juristischen Schritte den Zeitplan verschieben.

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