Commerzbank Aktie: Tochter kooperiert mit Feind
Die polnische Commerzbank-Tochter mBank kooperiert mit dem unerwünschten Bieter UniCredit, während der Konzern das Übernahmeangebot ablehnt. Die Situation wird durch polnisches Recht und bevorstehende Hauptversammlungen kompliziert.

- mBank verhandelt Risikotransfer mit UniCredit
- Commerzbank lehnt Übernahme auf Konzernebene ab
- Polnisches Recht könnte Übernahmekosten erhöhen
- Entscheidende Hauptversammlungen im Mai stehen an
Die Commerzbank lehnt UniCredits Übernahmeofferte auf Konzernebene ab — während ihre polnische Tochter mBank gerade mit dem unerwünschten Werber zusammenarbeitet. Dieser Widerspruch gibt der laufenden Übernahmedebatte eine neue Dimension.
Kooperation trotz Abwehrhaltung
mBank, an der die Commerzbank 69,1 Prozent hält, verhandelt mit UniCredit über einen sogenannten Significant Risk Transfer — verknüpft mit einem Portfolio gewerblicher Immobilienkredite im Volumen von rund 1,2 Milliarden Euro. Die Transaktion befindet sich noch in einem frühen Stadium, Umfang und Zeitplan können sich noch ändern.
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Die operative Zusammenarbeit steht in direktem Kontrast zur offiziellen Linie des Frankfurter Vorstands. Auf Konzernebene sieht die Commerzbank kein ausreichendes Wertschöpfungspotenzial in UniCredits Angebot — einen wesentlichen Teil des genannten Potenzials könne man eigenständig realisieren, ohne die Ausführungsrisiken einer Transaktion einzugehen.
Komplizierter wird die Lage durch polnisches Recht: Erlangt UniCredit mehr als 50 Prozent der Stimmrechte an der Commerzbank, wäre die Mailänder Bank verpflichtet, auch für die restlichen rund 30 Prozent der mBank ein Pflichtangebot abzugeben. Bei einem Marktwert der mBank von 14,5 Milliarden US-Dollar würde das die Gesamtkosten der Übernahme erheblich in die Höhe treiben — ein Faktor, den UniCredit selbst eingeräumt hat.
Übernahme mit offenem Ausgang
UniCredit hält bereits knapp 30 Prozent an der Commerzbank und hatte im März 2026 ein Vollübernahmeangebot im Wert von rund 35 Milliarden Euro in Form eines reinen Aktientauschs vorgelegt. Eine Prämie oder verbesserte Konditionen schloss UniCredit in den bisherigen Gesprächen ausdrücklich aus. Zudem räumte die italienische Bank ein, dass die anhaltende Unsicherheit durch den Übernahmeversuch hochrangige Mitarbeiter zum Abgang bewegen könnte — mit möglichen Kundenverlusten auf beiden Seiten.
Der nächste konkrete Termin ist der 4. Mai, wenn UniCredit eine außerordentliche Hauptversammlung abhält, um die Ausgabe neuer Aktien zur Angebotsfinanzierung zu genehmigen. Am 8. Mai folgen die Commerzbank-Quartalszahlen, mit denen die Bank erhöhte Finanzziele bekannt geben will — ein klares Signal, dass man die Eigenständigkeit demonstrieren möchte. Die ordentliche Hauptversammlung am 20. Mai in Wiesbaden dürfte zum Brennpunkt der Auseinandersetzung werden.
Kurstechnisch hat die Aktie zuletzt Rückenwind erhalten: Nach der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sprang der Kurs am 8. April um über sieben Prozent nach oben und überwand dabei die 200-Tage-Linie. Mit einem Plus von rund 57 Prozent gegenüber dem 52-Wochen-Tief hat der Titel deutlich an Fahrt gewonnen — das Geschehen rund um die Hauptversammlung im Mai wird zeigen, ob dieser Schwung anhält.
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