Commerzbank Aktie: Übernahmekrimi

UniCredit nähert sich der 30%-Schwelle für ein Pflichtangebot, während die Commerzbank mit Rekordgewinn und hohen Ausschüttungen ihre Eigenständigkeit verteidigt.

Die Kernpunkte:
  • UniCredit gewinnt Flexibilität für Aktientauschangebot
  • Commerzbank meldet operatives Rekordergebnis von 4,5 Mrd. Euro
  • Kapitalrückführung von 2,7 Mrd. Euro für 2025 vorgesehen
  • Aktienkurs verliert über 10% in 30 Tagen

UniCredit hat seit dem 22. Februar neue Freiheit im Übernahmepoker: Ein reines Aktientauschangebot wäre nun rechtlich möglich. Gleichzeitig rückt die übernahmerechtlich entscheidende 30%-Schwelle bedrohlich nahe. Die Commerzbank hält dagegen – mit Rekordzahlen und einer auffällig offensiven Ausschüttungspolitik.

UniCredit rückt an die 30%-Grenze

Der Knackpunkt liegt im deutschen Übernahmerecht. Ein reines Aktientauschangebot ist nur dann erlaubt, wenn der Bieter in den sechs Monaten vor einem Angebot nicht mehr als 5% der Zielgesellschaft gegen Bargeld gekauft hat. UniCredit hatte zuletzt im August 2025 per Barzahlung aufgestockt – diese Frist ist seit dem 22. Februar 2026 abgelaufen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Commerzbank?

Damit gewinnt UniCredit spürbar an Flexibilität: Statt einer Barkomponente könnte die Bank Commerzbank-Aktionären eigene Aktien anbieten. Und es kommt noch enger: UniCredit hält rund 26% direkt sowie knapp 4% über Finanzinstrumente. Ab 30% wäre ein Pflichtangebot für alle ausstehenden Aktien fällig – politisch jedoch ein Minenfeld, denn der Bund hält weiter 12% und lehnt eine Übernahme ab.

Die Unsicherheit bleibt nicht folgenlos. Laut Quelltext wirkt sie bereits ins operative Geschäft hinein, vor allem bei Firmenkunden mit Beziehungen zu beiden Banken.

Commerzbank setzt auf Rekordgewinn und Ausschüttungen

Die Verteidigungslinie ist klar: Stärke zeigen, Eigenständigkeit betonen – und Aktionäre bei Laune halten. Für 2025 meldete die Bank ein operatives Rekordergebnis von 4,5 Mrd. Euro (+18%), der Nettogewinn lag bei 2,63 Mrd. Euro. Im vierten Quartal wuchs der Umsatz um 6%, getrieben von Trade Finance, Wertpapiergeschäft und Zahlungsverkehr.

Besonders deutlich wird die Strategie bei der Kapitalrückführung: Vorgeschlagen sind 1,10 Euro Dividende je Aktie (nach 0,65 Euro im Vorjahr) sowie laufende Aktienrückkäufe von bis zu 540 Mio. Euro. Zusammen mit dem im Dezember 2025 beendeten Programm summiert sich die Kapitalrückführung für 2025 auf 2,7 Mrd. Euro. Mitte Februar wurden bereits über sechs Millionen eigene Aktien zurückgekauft.

Auch am Kapitalmarkt zeigt die Bank Präsenz: Zwei Anleihen über insgesamt 1,75 Mrd. Euro (Senior bis 2031 und Green Bond bis 2037) wurden platziert. Bemerkenswert laut Quelltext: Das Konsortium musste keine Kursstabilisierung starten – ein Hinweis auf robuste Nachfrage.

Ausblick 2026: gut, aber nicht gut genug

Trotz Rekordzahlen blieb die Börse zuletzt zurückhaltend – und das passt zum Blick nach vorn. Für 2026 peilt CEO Bettina Orlopp einen Gewinn von über 3,2 Mrd. Euro an, während der Analystenkonsens laut Quelltext bei rund 3,4 Mrd. Euro lag. Zwar wurde der Nettozinsüberschuss für 2026 leicht auf 8,5 Mrd. Euro angehoben (zuvor 8,4 Mrd. Euro), doch der Ausblick traf offenbar nicht ins Schwarze.

Zusätzlichen Gegenwind liefert die Beteiligung an Aquila Capital: Eine weitere Wertberichtigung von 52 Mio. Euro bedeutet, dass rund zwei Drittel des ursprünglichen Kaufpreises bereits abgeschrieben wurden.

An der Aktie ist der Druck zumindest kurzfristig ablesbar: In den vergangenen 30 Tagen ging es um 10,28% nach unten, der Schlusskurs von Dienstag lag bei 31,84 Euro – rund 8,6% unter dem 50-Tage-Durchschnitt.

Im Kalender stehen zwei Fixpunkte, die die Lage konkretisieren dürften: Am 8. Mai 2026 folgen die Quartalszahlen, am 20. Mai 2026 die Hauptversammlung. Bis dahin bleibt entscheidend, ob UniCredit die 30%-Schwelle tatsächlich erreicht – und ob die Commerzbank mit Rekordergebnis und 2025er-Kapitalrückführung von 2,7 Mrd. Euro genügend Argumente liefert, um die Eigenständigkeit zu untermauern.

Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 4. März liefert die Antwort:

Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Commerzbank