Commerzbank Aktie: UniCredit bei 39,28 Prozent nach erster Frist

UniCredit hält nach Angebotsfrist knapp 40 Prozent an der Commerzbank. Trotz politischen Widerstands und fehlender Prämie stützt die Übernahmefantasie den Aktienkurs nahe dem Jahreshoch.

Die Kernpunkte:
  • UniCredit-Anteil steigt auf 39,28 Prozent
  • Zweite Annahmefrist läuft bis 3. Juli
  • Commerzbank-Aktie nahe 52-Wochen-Hoch
  • Betriebsrat erstattet Strafanzeige

UniCredit hat die Commerzbank-Übernahme in eine neue Phase gedrückt. Nach Ablauf der ersten Annahmefrist kontrollieren die Mailänder nun knapp 40 Prozent des Frankfurter Instituts — trotz offenem Widerstand aus Berlin und der Commerzbank-Führung selbst.

Fast 40 Prozent in einer Hand

UniCredit hält nach dem Ende der regulären Angebotsfrist am 16. Juni insgesamt 39,28 Prozent der Commerzbank-Anteile. Davon entfallen 26,77 Prozent auf das bestehende Paket. Neu hinzugekommen sind 12,51 Prozent aus dem laufenden Tauschangebot.

Die Konditionen: Eine Commerzbank-Aktie bringt 0,485 UniCredit-Papiere. Eine nennenswerte Prämie gegenüber dem Börsenkurs bot das Angebot nicht. Trotzdem lag die Annahmequote höher als erwartet. Institutionelle Investoren wie Nomura trieben sie nach oben — bei Privatanlegern lag sie laut Medienberichten bei nur rund einem Prozent.

Strafanzeige, Bafin, Berlin

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp lehnt das Angebot weiter ab. Sie verweist auf die fehlende Kontrollprämie und rät Aktionären, nicht anzunehmen. Der Betriebsrat geht noch weiter: Er hat Strafanzeige wegen des Verdachts auf Marktmanipulation erstattet. Die Bafin prüft den Anteilsaufbau.

Die Bundesregierung hält selbst rund 12 Prozent der Commerzbank-Anteile und tauscht nicht. Ihr Widerstand ist politisch. UniCredit-Chef Andrea Orcel hat bereits angekündigt, bei einem Erfolg Stellen abzubauen und das Auslandsgeschäft der Commerzbank zu beschneiden.

Aktie nahe Jahreshoch

Der Kurs reagiert gelassen auf den Konflikt. Die Commerzbank-Aktie schloss am Freitag bei 38,33 Euro — ein leichtes Plus von 0,34 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro liegt nur 1,3 Prozent entfernt. Auf Jahressicht beträgt das Plus knapp 39 Prozent. Die Übernahmefantasie stützt den Kurs spürbar.

Zweite Frist bis 3. Juli

Jetzt läuft die zweite Annahmefrist — vom 20. Juni bis zum 3. Juli 2026. Aktionäre, die bisher nicht angedient haben, können das Angebot noch annehmen. Das finale Ergebnis veröffentlicht UniCredit voraussichtlich am 8. Juli.

Steigt die Beteiligung weiter, könnte die EZB höhere Kapitalanforderungen durchsetzen, um Risiken einer grenzüberschreitenden Fusion abzusichern. Die operative Abwicklung eines möglichen Aktientauschs erwartet UniCredit frühestens im zweiten Quartal 2027.

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