Commerzbank Aktie: UniCredit bei 40,7 Prozent Stimmrechte

UniCredit hält faktisch 40,7 Prozent der Stimmrechte an der Commerzbank. Die Angebotsfrist läuft bis zum 16. Juni.

Die Kernpunkte:
  • UniCredit kontrolliert 40,7 Prozent der Stimmrechte
  • Umtauschangebot läuft noch bis 16. Juni
  • Commerzbank-Vorstand rät zur Ablehnung
  • Aktie zeigt sich trotz Übernahmekampf stabil

Das Übernahme-Rennen um die Commerzbank spitzt sich zu. Einer Analyse vom Freitag zufolge hat UniCredit nun de facto Zugriff auf 40,7 Prozent der Stimmrechte. Bei der Hauptversammlung lag die Präsenz bei lediglich 41,81 Prozent – die faktische Mehrheit rückt damit in greifbare Nähe.

Die Aktie zeigte sich am Freitag kaum bewegt. Der Schlusskurs lag bei 36,09 Euro, ein Minus von 0,14 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 1,15 Prozent zu Buche – ein überraschend ruhiger Kursverlauf für eine Bank im Epizentrum eines Übernahmekampfs.

Die tickende Uhr bis zum 16. Juni

Das offizielle Umtauschangebot der UniCredit läuft noch bis zum 16. Juni 2026. Die Italiener bieten 0,485 eigene Aktien pro Commerzbank-Anteilsschein. Da ihr aktueller Anteil bei 27 Prozent liegt, müsste bei Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle ein Pflichtangebot folgen.

Die Commerzbank-Führung hält dagegen. CEO Bettina Orlopp und der Aufsichtsrat empfehlen den Aktionären, das Angebot abzulehnen. Orlopp kritisiert das Ausbleiben einer Übernahmeprämie und warnt vor Risiken für die Kreditversorgung des Mittelstands. Der eigene Plan „Momentum 2030“ peilt einen Nettogewinn von 5,9 Milliarden Euro und eine Eigenkapitalrendite von 21 Prozent an.

Parallel versucht die Bank, ihre Privatkundenbasis zu stärken. Eine WM-Tagesgeldaktion lockt mit Zinsen von bis zu 5,0 Prozent, gekoppelt an den Erfolg der deutschen Nationalmannschaft. Branchenexperten sehen darin eine defensive Strategie: Einlagen sichern, Markenloyalität festigen.

Was in der neuen Woche zählt

Die kommenden Tage dürften von weiteren Mitteilungen zur Annahmequote des UniCredit-Angebots bestimmt werden. Die Seitwärtsbewegung um 36 Euro könnte der Vorbote für stärkere Kursausschläge sein, sobald sich die Angebotsfrist im Juni ihrem Ende nähert.

Ein weiterer Faktor: mögliche Signale der EZB. Der bei einer Fusion drohende Stellenabbau – bis zu 23.000 Arbeitsplätze sind im Gespräch – hat die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat auf den Plan gerufen. Die nächsten Wochen entscheiden, ob UniCredit die Commerzbank zum Übernahmefall macht oder ob der Widerstand des Vorstands bei den Aktionären verfängt.

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