Commerzbank Aktie: UniCredit bei 42 Prozent
UniCredit hält rund 42 Prozent an der Commerzbank. Das Frankfurter Management warnt vor verzerrten Zahlen und setzt auf Eigenständigkeit.

- UniCredit meldet Anteil von 42 Prozent
- Commerzbank warnt vor verzerrter Statistik
- Eigenständigkeitsstrategie „Momentum 2030“ vorgestellt
- Entscheidung fällt am 8. Juli
UniCredit meldet fast die halbe Macht bei der Commerzbank. Das Frankfurter Management sieht das völlig anders. Im Übernahmekampf der beiden Großbanken klaffen Zahlen und Stimmung weit auseinander. Bis Anfang Juli haben die Aktionäre nun Zeit für eine Entscheidung.
Streit um die wahre Zustimmung
Die Fronten sind verhärtet. UniCredit verkündete nach der ersten Angebotsphase einen Anteil von rund 42 Prozent. Darin stecken eigene Bestände, Finanzinstrumente und eine erste Annahmequote von gut zwölf Prozent. Die Italiener bieten weiterhin 0,485 eigene Papiere je Commerzbank-Aktie.
Das Frankfurter Management warnt vor voreiligen Schlüssen. Vorstand und Aufsichtsrat lehnen die Offerte strikt ab. Sie werten die bisherige Quote nicht als Signal der unabhängigen Aktionäre. Demnach stammen die angedienten Papiere vor allem von Banken und UniCredit-nahen Kreisen.
Ein weiteres Indiz: Die Wertpapierleihe ist seit der Ankündigung massiv explodiert. Das Volumen stieg um mehr als das Zehnfache. Das verzerrt nach Ansicht der Commerzbank die wahren Kräfteverhältnisse.
Eigener Weg statt Übernahme
Als Gegenentwurf positioniert die Bank ihre Strategie „Momentum 2030“. Das Ziel: Eigenständigkeit. Dafür hob das Management das Gewinnziel für 2026 auf mindestens 3,4 Milliarden Euro an.
Bis zum Ende des Jahrzehnts plant das Institut eine Nettoeigenkapitalrendite von 21 Prozent. Parallel dazu soll die Kostenquote auf 43 Prozent sinken.
Warten auf den 8. Juli
Am Aktienmarkt herrscht derweil relative Ruhe auf hohem Niveau. Die Commerzbank Aktie notiert aktuell bei 37,37 Euro und verliert auf Tagessicht rund ein Prozent. Damit bleibt der Kurs nur knapp unter dem jüngsten 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro.
Auf Jahressicht steht ein Plus von 30 Prozent auf der Kurstafel. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Zuwachs von gut zwei Prozent.
Die weitere Annahmefrist endet am 3. Juli. Fünf Tage später, am 8. Juli, liegt das endgültige Ergebnis auf dem Tisch. Dann herrscht Klarheit, ob UniCredit die rechnerische Mehrheit erzwingt oder ob die Commerzbank ihren eigenständigen Kurs mit ausreichender Aktionärsmehrheit verteidigt.
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