Commerzbank Aktie: UniCredit bei 47,59 Prozent

UniCredit hält nach Übernahmeangebot knapp 50 Prozent der Stimmrechte an der Commerzbank. Vorstand und Bund lehnen eine Übernahme weiter ab.

Die Kernpunkte:
  • UniCredit erreicht 49,65 Prozent Stimmrechte
  • Bundesregierung lehnt Übernahme ab
  • Commerzbank drängt Kunden zu Visa-Karten
  • Aktienkurs steigt auf 38,67 Euro

UniCredit hat sich binnen weniger Wochen fast bis an die Kontrollschwelle bei der Commerzbank vorgearbeitet. Vorstand und Bundesregierung lehnen eine Übernahme weiterhin ab. Der Kurs der Frankfurter Bank klettert trotzdem in Richtung Jahreshoch.

UniCredit rückt an die Kontrollschwelle

Nach Abschluss ihres freiwilligen Übernahmeangebots am 3. Juli 2026 hält die italienische UniCredit nun 47,59 Prozent des Commerzbank-Kapitals. Das entspricht 49,65 Prozent der Stimmrechte, weil eigene Aktien der Commerzbank kein Stimmrecht tragen.

Im Rahmen des Angebots kaufte UniCredit weitere 17,60 Prozent der Aktien hinzu. Die Commerzbank hat sich verpflichtet, eigene Aktien einzuziehen. Das würde den Stimmrechtsanteil der Italiener zusätzlich stärken.

Für eine vollständige Fusion oder einen Gewinnabführungsvertrag braucht UniCredit allerdings 75 Prozent der Stimmrechte. Vorstand und Bundesregierung, die 12,11 Prozent der Commerzbank hält, sprechen sich weiterhin gegen eine Übernahme aus.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft wies am 11. Juli 2026 eine Strafanzeige von Commerzbank-Mitarbeitern gegen UniCredit ab. Der Vorwurf: UniCredit habe die Annahmequoten des Übernahmeangebots künstlich aufgebläht. Für diesen Vorwurf fanden die Ermittler keine ausreichenden Beweise.

Kartengeschäft im Umbruch

Unabhängig von der Aktionärsfrage baut die Commerzbank ihr Kartengeschäft komplett um. Die Bank drängt Privatkunden, von der klassischen Mastercard auf die Visa Classic zu wechseln.

Wer an der Mastercard festhalten will, zahlt künftig einen Aufpreis von 12,90 Euro im Monat. Stimmt ein Kunde dem Wechsel nicht zu, droht laut Berichten die Kündigung des Kartenvertrags. Die Umstellung ist Teil einer strategischen Partnerschaft mit Visa, die Commerzbank bereits im Februar 2025 geschlossen hat.

Die Bank beteiligt sich zusätzlich an der Initiative „Visa Intelligent Commerce“. Mehr als 30 europäische Banken setzen dabei auf KI-Agenten für automatisierte Einkäufe. Die Authentifizierung läuft über biometrische Verfahren und Payment Passkeys.

Parallel bereitet sich die Commerzbank auf den digitalen Euro vor. Das EU-Parlament gab am 9. Juli 2026 grünes Licht für die entsprechenden Verhandlungen. Ein Pilotprogramm der Europäischen Zentralbank startet 2027, die Integration in die Commerzbank-Systeme folgt bis 2029.

Kurs nahe am Jahreshoch

Am Freitag schloss die Commerzbank-Aktie bei 38,67 Euro. Das ist ein Plus von 2,41 Prozent.

Bis zum 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro vom 19. Juni 2026 fehlen nur noch 0,46 Prozent. Seit Jahresanfang legte das Papier um 5,92 Prozent zu, auf Zwölfmonatssicht sogar um 33,34 Prozent.

Der Relative-Stärke-Index steht bei 61,7. Das signalisiert eine robuste Verfassung, ohne dass die Aktie überkauft wirkt.

Für die Aktie bleibt die Marke von 38,85 Euro die nächste Hürde. Bei UniCredit entscheidet sich die faktische Kontrolle daran, ob die Commerzbank ihre eigenen Aktien wie angekündigt einzieht.

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