Commerzbank Aktie: UniCredit bei 49,65 Prozent Stimmrechte

Die Bundesregierung bereitet einen Forderungskatalog für die anstehenden Verhandlungen mit UniCredit über die Commerzbank-Übernahme vor.

Die Kernpunkte:
  • Berlin formuliert Bedingungen für Übernahme
  • Mittelstandsfinanzierung und Arbeitsplätze im Fokus
  • UniCredit kurz vor Stimmrechtsmehrheit
  • JPMorgan bestätigt neutrales Rating

UniCredit steht kurz vor der Mehrheit an der Commerzbank. Jetzt rüstet sich Berlin für Verhandlungen. Die Bundesregierung stellt einen Forderungskatalog zusammen, um deutsche Interessen bei einer möglichen Übernahme zu sichern.

Berlin bereitet sich auf Übernahme vor

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete am Freitag unter Berufung auf informierte Kreise: Die Bundesregierung rechnet zunehmend mit einer Übernahme der Commerzbank durch UniCredit. Berlin bereitet aktuell wesentliche Forderungen für mögliche Gespräche vor.

Im Fokus stehen die Finanzierung des deutschen Mittelstands sowie der Erhalt von Arbeitsplätzen am Standort Frankfurt. Offizielle Verhandlungstermine gibt es noch nicht. Gespräche gelten aber als wahrscheinlich.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bereits angedeutet: Die Regierung will eine Fusion nicht aktiv blockieren, sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Der Bund hält rund 12 Prozent der Commerzbank-Anteile und ist damit zweitgrößter Aktionär. Das verschafft Berlin eine Schlüsselrolle im Übernahmepoker.

UniCredit steht kurz vor der Mehrheit

Die Italiener haben ihre Position in den vergangenen Wochen massiv ausgebaut. Nach Abschluss der weiteren Annahmefrist am 3. Juli 2026 sicherte sich UniCredit weitere 17,60 Prozent der Commerzbank-Papiere durch Andienung.

Zusammen mit der bisherigen Direktbeteiligung von 26,77 Prozent und Kaufoptionen über 3,22 Prozent ergibt das einen rechnerischen Anteil von 47,59 Prozent. Rechnet man die stimmrechtslosen eigenen Aktien der Commerzbank heraus, kontrolliert UniCredit bereits rund 49,65 Prozent der Stimmrechte. Die formale Mehrheit ist damit zum Greifen nah.

Einen offiziellen Übernahmeantrag bei der EU-Kommission erwarten Marktkreise für September 2026. Bis dahin bleibt Zeit — für Berlin, aber auch für UniCredit, die eigene Position weiter zu festigen.

JPMorgan bleibt bei „Neutral“

JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein bestätigte am Freitag sein Rating „Neutral“ für die Commerzbank-Aktie. Das Kursziel bleibt bei 37,00 Euro. Trotz kleinerer Anpassungen im Bewertungsmodell sieht die Bank wenig Spielraum für deutliche Prognoseänderungen beim bereinigten Gewinn je Aktie bis 2028.

Die Commerzbank veröffentlicht ihre Zahlen zum zweiten Quartal planmäßig am 6. August 2026. Bis dahin dürfte die Übernahmefrage die Schlagzeilen dominieren, nicht das operative Geschäft.

Kurs hält sich nahe dem Jahreshoch

Die Aktie notiert aktuell bei 37,45 Euro und verliert damit rund ein Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 39,18 Euro, erst am 14. Juli markiert, fehlen nur gut vier Prozent. Auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von 32 Prozent zu Buche — ein deutliches Signal dafür, wie stark die Übernahmefantasie den Kurs seit Monaten treibt.

Der nächste konkrete Fixpunkt ist der 6. August, wenn die Commerzbank ihre Quartalszahlen vorlegt. Bis dahin dürfte sich die Aufmerksamkeit vor allem auf Berlins Forderungskatalog und mögliche erste Gesprächstermine mit UniCredit richten.

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