Commerzbank Aktie: UniCredit droht mit 44-Prozent-Anteil

UniCredit sichert sich Zugriff auf fast 40 Prozent der Commerzbank-Anteile. Management und Politik wehren sich, während die BaFin prüft.

Die Kernpunkte:
  • UniCredit hält rechnerisch 39,28 Prozent
  • Commerzbank-Chefin kritisiert Vorgehen scharf
  • Betriebsrat erstattet Strafanzeige
  • Aktie notiert nahe 52-Wochen-Hoch

Im Kampf um die Commerzbank schafft UniCredit Fakten. Die Italiener haben sich Zugriff auf fast 40 Prozent der Anteile gesichert. Das Management in Frankfurt leistet erbitterten Widerstand. Die Folge: Ein offener Konflikt ruft nun die Aufsichtsbehörden auf den Plan.

Mailand baut Druck auf

Nach Ablauf der ersten Frist hält UniCredit rechnerisch 39,28 Prozent der Commerzbank-Aktien. Dieser Wert setzt sich aus bestehenden Beteiligungen und neu angedienten Papieren zusammen. Das Angebot lockt mit einem direkten Tausch: Eine Commerzbank-Aktie bringt 0,485 UniCredit-Aktien.

Die Position der Mailänder könnte bald weiter wachsen. Inklusive Kaufoptionen schätzt die Bank ihren potenziellen Zugriff auf bis zu 42,50 Prozent. Durch das laufende Aktienrückkaufprogramm der Frankfurter könnte dieser Anteil sogar auf über 44 Prozent steigen. Die zweite Annahmefrist läuft noch bis zum 3. Juli 2026.

Harte Bandagen und Strafanzeigen

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp kritisiert das Vorgehen der Italiener scharf. Sie wirft UniCredit vor, die eigene Position durch komplexe Derivate künstlich aufzublähen. Der Betriebsrat erstattete sogar Strafanzeige wegen möglicher Marktmanipulation. Parallel dazu prüft die Finanzaufsicht BaFin den Fall.

Auch die Bundesregierung lehnt die Übernahme ab. Berlin hält weiterhin rund zwölf Prozent der Anteile und pocht auf die Eigenständigkeit des Instituts. UniCredit-Chef Andrea Orcel zeigt sich indes unbeeindruckt. Er droht indirekt mit einem Austausch der Frankfurter Führungsspitze, falls der Dialog ausbleibt.

Aktie kratzt am Jahreshoch

An der Börse stützt die Übernahmefantasie den Kurs massiv. Die Commerzbank-Aktie beendete den Freitagshandel bei 38,33 Euro. Damit notiert das Papier nur hauchdünn unter seinem frischen 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten verbuchen Anleger ein starkes Plus von 38,83 Prozent.

Aktionäre blicken nun auf den 8. Juli 2026. An diesem Tag wird das finale Ergebnis der Transaktion erwartet. Bis dahin entscheidet sich das Volumen der angedienten Papiere. Da das Tauschangebot aktuell kaum eine Prämie zum Börsenkurs bietet, hängt der Erfolg direkt von der Kursentwicklung der UniCredit-Aktie ab.

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