Commerzbank Aktie: UniCredit erhält nur 0,02 Prozent Zuspruch

UniCredits Übernahmeangebot für die Commerzbank findet kaum Anklang. Die Bank stärkt ihre Eigenständigkeit mit Rekordzahlen und hohen Ausschüttungen.

Die Kernpunkte:
  • UniCredit-Angebot kaum angenommen
  • Commerzbank-Chefin bekräftigt Eigenständigkeit
  • Rekordergebnis im ersten Quartal 2026
  • Analysten sehen Potenzial ohne Fusion

Drei Wochen nach dem Start des Tauschangebots hat UniCredit ein Problem. Weniger als 1 % der Commerzbank-Aktionäre haben das Angebot angenommen — konkret waren es am 19. Mai gerade einmal 0,02 % des Grundkapitals. Die Reaktion der Mailänder: Die Annahmefrist läuft nun bis zum 3. Juli 2026.

Trotzdem hält UniCredit über frühere Zukäufe und Derivate-Pakete Zugriffsrechte auf bis zu 40,69 % der Stimmrechte. Das Angebot selbst zieht schlicht nicht.

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Commerzbank stärkt die eigene Position

CEO Bettina Orlopp nutzt die schwache Resonanz als Argument. Auf der Hauptversammlung in Wiesbaden am 20. Mai bekräftigte sie, das UniCredit-Angebot spiegele den fairen Wert der Bank nicht wider. Die Aktionäre folgten ihr deutlich.

Die Dividende von 1,10 Euro je Aktie — nach 0,65 Euro im Vorjahr — wurde mit 99,88 % der Stimmen gebilligt. Die Auszahlung folgt am 26. Mai 2026. Für das Gesamtjahr 2025 plant die Bank, rund 2,7 Milliarden Euro über Dividenden und Aktienrückkäufe auszuschütten.

Das entspricht dem gesamten Nettogewinn nach Restrukturierungskosten. Ein klares Signal an die Aktionäre: Eigenständigkeit zahlt sich aus.

Analysten sehen Potenzial ohne Fusion

Barclays bleibt bei „Overweight“ mit einem Kursziel von 42 Euro. Die Begründung: starke operative Entwicklung. Das erste Quartal 2026 schloss mit einem Rekordergebnis von rund 1,36 Milliarden Euro ab. Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Nettogewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro.

Hinzu kommt die politische Dimension. Die Bundesregierung hält 12,7 % der Anteile und hat sich wiederholt gegen eine feindliche Übernahme ausgesprochen. Diskussionen über eine Aufstockung auf 25 % — für eine Sperrminorität — erhöhen die Hürden für UniCredit-Chef Andrea Orcel weiter.

An der Börse kommt das gut an. Die Aktie notiert bei 37,23 Euro und liegt damit nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro. In den vergangenen zwölf Monaten hat das Papier rund 40 % zugelegt.

Was UniCredit jetzt tun müsste

Ohne eine deutlich verbesserte Offerte — mehr Bargeld oder ein besseres Umtauschverhältnis — dürfte UniCredit die nötigen Mehrheiten bis zum 3. Juli kaum zusammenbekommen. Langfristig will die Commerzbank im Rahmen von „Momentum 2030″ rund 50 % der aktuellen Marktkapitalisierung an die Aktionäre zurückgeben. Das macht das Stand-alone-Szenario für viele Investoren rechnerisch attraktiver als ein Verkauf zu den aktuellen Angebotsbedingungen.

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